Besuch von Elfe und Leopard

Noch ganz knapp vor Aschermittwoch gibt es einen Blick auf zwei neue Faschingskostüme, die dieses Jahr in unsere Verkleidungskiste einziehen durften.

Dieses Jahr flatterte hier eine niedliche Elfe durch die Wohnung.

willemientje

Im Gefolge: eine seltene Leoparden-Tiger-Hund- Mischung:

leopard

Das Elfenkleid ist eigentlich ein Probestück für ein weiteres geplantes Projekt. Es war zwar nicht kompliziert zu nähen, aber bei mehreren Metern Stoff dauerte das Versäubern und Nähen doch ziemlich lange. Deshalb wurde es auch kein weißes Engelkleid (wie es sich die Prinzessin gewünscht hatte), sondern ein alltagssonntagstaugliches hellblaues Elfengewand, das ganz sicher nicht in der Verkleidungskiste verstaubt, sondern in den Kleiderschrank umziehen darf. Es lässt sich toll drehen und ist perfekt für Elfenhobbies wie Tanzen und Fliegen usw. (Und vielleicht tragen Engel ja auch manchmal hellblaue Blütenkleider)

elfenkind

Schnitt: Willemientje (Farbenmix), Flügel: Flohmarkt

 

Der kleine Prinz hat im Stoffgeschäft den Leopardenstoff gefunden und wusste sofort, dass er dieses Jahr als Tiger gehen wird. Deshalb durfte die Mama ihm auch kein Leopardengesicht schminken!

leopard-kostum

Zum Glück habe ich wie letztes Jahr in einer alten Ottobre einen Alltagsschnitt gefunden, der sich leicht in das gewünschte Kostüm abändern ließ. Der Overall ist sehr leicht zu nähen. Da der Leostoff nicht elastisch ist, habe ich ihn eine Nummer größer genäht. Weitere Änderungen: ein breiteres Halsbündchen als angegeben, Druckknöpfe ohne extra Knopfleiste (hoffentlich reißen die Druckknöpfe nicht so schnell heraus) und ein Schwanz, den ich aus Resten genäht habe (Schlauch mit Watte ausstopfen und per Hand annähen). Ärmel und Hosenbeine sind auch um ca. 5 cm verlängert und bisher ohne Bündchen. Es musste alles sehr schnell gehen, da der Babyprinz leider nicht mehr so ausdauernd schläft, deshalb ist es sicher nicht so perfekt genäht, aber es handelt sich ja auch nur um ein Faschingskostüm.

Übrigens war es so begehrt unter den Prinzen, dass sie sich gleich darum gestritten haben!

Grundschnitt: Sandman- Schlafoverall aus der Ottobre 6/2015, Hundemütze und -pfoten: Flohmarkt

 

 

 

Elsa, Pirat und Hündchen feiern Fasching

Elsa Fasching

Als Kind mochte ich Fasching sehr gerne: Verkleiden, Krapfen (Berliner, Pfannkuchen, Kreppel oder wie sie bei euch heißen), Faschingsumzüge und ganz viele Süßigkeiten. Je älter ich wurde, desto mehr schwand die Begeisterung.

Aber als Mama habe ich Fasching wiederentdeckt: Nicht um in andere Rollen zu schlüpfen, denn das mache ich pro Tag eh viel zu oft (Chauffeur!!!, Köchin, Putzfrau äh Raumpflegerin, Entertainerin, Lehrerin, Coach, Servicefachkraft, Krankenschwester, Notärztin, Zahnfee, Gehilfin vom Christkind usw. ). Aber dieses Jahr an Fasching bin ich … Designerin oder Schneiderin oder Modeberaterin oder am besten alles zusammen: Mit den Kindern Kostüme überlegen, diese zusammenzustellen oder zu nähen macht mir einfach mehr Spaß als irgendwelche Narrensitzungen oder Erwachsenenfaschingsparties, bei denen man wahrscheinlich betrunken sein muss, um richtig Spaß zu haben?!

Das große Königskind geht diesmal als…. Eiskönigin ElsaWendy als Elsa– so wie Millionen anderer Mädchen. Meiner Meinung nach ist jeder andere Prinzessinnenfilm besser als Die Eiskönigin, denn ich finde beim besten Willen keine Parallelen zum Märchen von Andersen (das ja sogar laut Vor- oder Abspann die Vorlage war???? Vielleicht den Schnee????). Die Handlung wirkt irgenwie ungeschickt zusammengebastelt, was gerade bei der Figur von Hans bemerkbar wird. Naja, Elsas Kleid finde ich jedenfalls auch toll und die Stelle mit dem „Let it go“-Lied mag ich auch (abgesehen vom Text). Um dem Disneykonzern nicht noch mehr Geld für Merchandisingprodukte zu überlassen, und weil die Königstochter die gekauften Kostüme nicht echt genug fand, ging es also an die Nähmaschine.

In der letzten Ottobre fand ich einen Schnitt, der sehr nach Elsakleid aussah und nach strengen Vorgaben umgeändert wurde: schmal geschnitten, bodenlang mit Schlitz vorne rechts, Ärmel endet mit einer Zacke und langer Glitzerschleppe. Das Problem bei Ottobreschnitten ist, dass für meine Kinder alles viel zu weit geschnitten ist. Ich habe einiges enger machen müssen. An den Ärmeln, die ich verlängert habe, war es u.a. zum Schluss immer noch schlabberig, aber vielleicht passt es dafür noch eine Elsa-Saison. Die Stoffe suchte sich die Auftraggeberin zielsicher selbst aus. Dazu noch eine auf den Bildern bereits aufgelöste Elsafrisur mit einem Glitzerdiadem aus der Drogerie und fertig.

Herausgekommen ist das:

Schnitt: Kleid Wendy aus Ottobre 6/2015  Material: Viskosejersey und Faschingsstoffe

Der PrinzPrincesses, Pirates et Cie wird dieses Jahr als Pirat gehen. Das gestaltete sich verhältnismäßig einfach, denn ich habe vom letzten Frankreichurlaub ein tolles Buch mitgebracht, das absolut empfehlenswert ist, wenn man auf der Suche nach Schnittmustern für Kostüme für 3-8jährige Mädchen und Jungen ist. Alle Modelle sind auch für Anfänger gut verständlich, v.a. mit Hilfe der Zeichnungen. Die Schnittmuster sind einfach und  das Ergebnis passt sehr gut, nur die Hose musste minimal schmaler gemacht werden- allerdings habe ich das Bündchen am schlafenden Kind nicht gut abmessen können. Ich habe aus dem Buch die Hose und den Piratenmantel genäht. Zusammen mit einem Streifen-T-Shirt und einigen gekauften Accesoires sind tolle Sachen für die beliebte Verkleidungskiste entstanden.

Piratenkostüm

Schnitt: Jacke „Rackham le pirate“, Hose aus dem Grundschnitt „Pantalon“ aus dem Buch „Princesses, Pirates et Cie. 24 déguisements pour les 3 à 8 ans“ von Annabel Bénilan

Material: Baumwolle und Pannesamt, BündchenHündchen im Piratenschiff

Das jüngste Königskind hält noch wenig vom Verkleiden- er trug nach einer Turboschminkaktion ein uraltes geerbtes Hundekostüm, das uns schon gute Dienste erwiesen hat. Dazu ein Schwert und fertig ist der Piratenhund. Ich bin ja froh, dass er noch keine Wünsche äußert und am Ende als Olaf (ihr wisst schon, dieser Schneemann) gehen will, den finde ich nämlich -nebenbei bemerkt- auch eher dämlich als witzig.

Fasching oder Fastnacht ist nach katholischem Brauchtum das ausgelassene Schwellenfest vor der 40tägigen Fastenzeit, die am Aschermittwoch beginnt. Ein guter Zeitpunkt, um nochmal richtig zu feiern, bevor man sich wieder auf das Wesentliche im Menschen besinnt.

Für Kinder ist es toll, wenn sie merken, dass an Fasching bestimmte Regeln nicht so streng genommen werden. Konkret heißt das bei uns: Vom Faschingswochenende bis einschließlich Faschingsdienstag freier Zugang zum Süßigkeitentresor (wobei die Königskinder sich dabei gut kontrollieren, sie merken rechtzeitig, eigentlich sogar sehr früh, wenn es reicht- schlecht wurde bisher niemandem)- er darf gerne bis Ostern leer bleiben-, Lieblingsfilme schauen, ganz viel spielen, tanzen, verkleiden, lustige Geschichten erzählen…

Und da das Auge mitfeiern darf, wird alles geschmückt. Das Hündchen kam aus dem Staunen nicht mehr heraus 😉 Ein nicht unwichtiger Nebeneffekt tritt dann auch noch ein: Wenn wir am Aschermittwoch alles abschmücken, ist sogar den Kleinsten klar, dass Fasching vorbei ist und ein neuer Zeitabschnitt beginnt.

Dieses Jahr habe ich nach einer neuen Dekoidee gesucht, da Luftschlangen zwar zum Auspusten super sind, aber dann nur noch traurig und schlaff herumhängen- bzw. liegen.

Für die bunten ruck-zuck fertigen Faschingsgirlanden aus Papierkreisen braucht ihr:

  1. Tonpapier in beliebigen Farben (ich habe endlich Papier aus Blöcken aufbrauchen können, das seit Jahren ungenutzt herumlag, da mir die Muster nicht gefielen)
  2. Motivlocher in XL mit Kreismotiv (Ausschneiden geht auch, aber das dauert….)
  3. Nähmaschine (auch das kann die Hand ersetzen, aber das dauert auch…)

Und so gehts:

  1. Gaaaaaanz viele Kreise ausstanzen: mein Gerät hat bis zu 4 Blatt Tonpapier schön gestanzt, da war ich schnell fertig. Diese Aufgabe können größere Kinder mit etwas Kraft gut erledigen.
  2. Reihenfolge überlegen und die Kreise wie gewünscht stapeln (auch das machen Kinder toll!)
  3. Jetzt braucht ihr die Nähmaschine: Stapel nebendran legen, genug Faden herausziehen (für die Aufhängschlaufe) und dann mit Geradstich Kreis für Kreis in beliebigem Abstand hintereinander nähen bis die Kette lang genug ist. Beim Hinlegen der Kreise können auch Kinder helfen, passt aber auf die Finger auf!!

Wir haben auch 3D-Girlanden gemacht, indem wir drei Kreise übereinandergelgt und dann festgenäht haben. wenn man die äußeren Kreise ausinanderfaltet, DSC02926entsteht eine besonders plastische Kette, die Wellenrandkreise wirken wie Blumen. Diese Ketten stelle ich mir auch in Pastellfarben, evtl. mit Transparentpapier gemischt, wunderschön als Frühlingsdeko vor.

Jetzt wird aber Fasching gefeiert, bevor morgen die Girlanden in die Geburtstagsdekokiste wandern, denn sie sehen so stabil aus, dass sie das ein oder andere Fest sicher nochmal mitmachen.

Wie sieht eure Faschingsdeko aus?

 

Mehr Kreatives gibt es wie immer beim Creadienstag

Sonntagskleider für meine Puppe und mich

sonntagskleider für die puppe und mich

Der Priester meinte am Sonntag, es sei ein bisschen warm. So kann man die Hitze natürlich auch beschreiben 😉 Als ich letzte Woche in den Kleiderschrank der Prinzessin schaute, fand ich nur luftige Sommerkleider, die für den See oder Spielplatz passend sind. Was soll die kleine Dame aber an einem heißen Sonntag tragen? Ich nutzte die Siesta und die Kühle der Nacht und setzte endlich ein Projekt von meiner „was-ich-machen-möchte-wenn-ich-mal-zeit-habe-Liste um: Das Kleid Bluebell aus der Ottobre 3/15 aus einem Elsa-blauen Stoff, der seit dem Frühling geduldig wartete…

Ottobre_Bluebell

Mir gefallen besonders der schlichte Schnitt, die Puffärmel und die Zackenlitze am Saum:

                                     Bluebell_Puffärmel      Bluebell_Saum      Ottobre_Bluebell_Puppenkleid

Und da das Kleid erstaunlich schnell genäht war, die Größe stimmte (Ottobre-Schnitte fallen meistens sehr groß aus) und noch genug Stoff übrig war, habe ich der armen Puppe, die ja auch kein luftiges Sonntagskleidchen besaß, gleich ein ähnliches Puppenkleidchen mitgenäht.

bluebell_puppenkleid

Der selbstgebasteltete Schnitt sitzt auch ganz gut 🙂

Warum eigentlich ein Sonntagskleid?

Das klingt nach Stillsitzen und nicht-Spielen-dürfen. Ist das überhaupt noch zeitgemäß? Ich bin mir sicher, dass Gott keine festlichen Kleider braucht! Ihm sind die Herzen und die innere Haltung der Menschen wichtiger. (Brautpaare sind da zuweilen strenger und geben in der Einladung strikte Dresscodes vor). Ich bin mir aber auch sicher, dass es uns Menschen hilft, ein Gespür für das Besondere zu entwickeln, wenn wir zu bestimmten Anlässen andere, ja festliche Kleidung tragen (Hochzeit der Schwester, Taufe des Nachbarskindes, Bewerbungsgespräch, Erster Schultag usw.) Warum dann nicht auch ein nettes Sonntagskleid für die Kirche, wo wir schließlich unseren Vater, den König des Himmels und der Erde, besuchen?

Wenn es nicht gerade an Matschtagen auf den Spielplatz geht, darf ein Sonntagskleid bei uns aber auch im Alltag getragen werden (und die Puppenmami hat schon angekündigt, dass sie die ganzen Ferien über nichts anderes mehr tragen wird. hmmm….). Im Alltag darf hier nämlich jeder (beinahe) alles anziehen, was er möchte/ was wettertechnisch und anlassbedingt passt, aber Sonntags lege ich Wert auf festliche besonders schöne Kleidung (wenigstens bis nach der Messe).

Aber nicht nur kleidungsmäßig sollten sich meiner Meinung nach Werk- und Sonntage unterscheiden:

Seit einigen Wochen befinden wir uns nun schon mitten in der gewöhnlichen Zeit im Jahreskreis, zuletzt zum Beispiel der 16. Sonntag im Jahreskreis. Das klingt nach all den Feierlichkeiten um Ostern herum nach einer laaaangen Liste von aneinandergereihten langweiligen alltäglichen Sonntagen in der Kirche. Doch wer so denkt, tut dem Sonntag Unrecht. Seit der Urkirche hat der sogenannte „Herrentag“ eine hervorgehobene Stellung als „erster Tag der Woche“. Wir Christen erinnern uns dann an die Auferstehung Jesu. Anders ausgedrückt: Jeder Sonntag, selbst der xte im Jahreskreis, ist ein kleines Osterfest. In der Sprache der Bibel heißt das: „Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; wir wollen jubeln und uns an ihm freuen“ (Ps 118,24).                                                                                                                                                   Wie kann man diese Gedanken zu Hause umsetzen? Gewöhnlich unterscheiden Kinder (zumindest ab dem Kindergartenalter) und Erwachsene Werktage und Wochenende. Somit haben Samstag und Sonntag eine ähnliche Wertigkeit. Ich will euch jetzt zeigen, wie wir als Familie versuchen, den Sonntag in seiner ursprünglichen Bedeutung mehr zu würdigen.

1) Besonderes Frühstück: Sonntags wird der Tisch mit Tischdecke und meinem Lieblingspunktegeschirr gedeckt. Es gibt Schokoaufstrich oder Honig, die unter der Woche meistens im Schrank bleiben. Ich mag besonders gern Hefezopf, doch gestern gab es frisch gebackene Semmeln. Was es mit dem aufgeschlagenen Buch auf sich hat, verrate ich demnächst.

Sonntagsfrühstück

2) Hl. Messe: Das Wichtigste am Sonntag!! Für unsere Langschläfer haben wir in der Nähe eine Messe um 11 Uhr, die sich ganz gut mit einem gemütlichen Frühstück deckt. Für andere Familien ist ein früherer Termin vielleicht passender- und dafür ein ausgiebiges langes Mittagessen… Wir haben unsere „Stammkirche“, die ich auf jeden Fall bevorzuge, bleiben jedoch je nach weiterem Sonntagsprogramm flexibel und kennen uns bei den Gottesdienstzeiten im Umkreis gut aus. Da lobe ich mir die modernen Zeiten mit Auto und guter Internetpäsenz der Pfarren 🙂 Und ganz nebenbei merken die Kinder, dass wir nicht diese oder jene Kirche besuchen, sondern Jesus, der nicht ortsgebunden ist. Es wird auch im Urlaub wieder spannend, in einem anderen Land und einer fremden Sprache die Messe zu besuchen. Kinder merken dabei: Jesus versteht alle Sprachen und wartet auch in der Ferne auf uns. Und der Ablauf der Messe ist ja sowieso gleich 🙂

3) Besonderes Sonntagsessen: gibt es bei uns wegen der späten Messe ebenfalls spät oder machmal auch erst am Abend

4) Kaffee und Kuchen (oder Besuch in der Eisdiele) passen wunderbar zum Sonntagnachmittag- am besten mit Freunden genießen!                                                                                                                                                                                5) Ein Programm zum Jubeln und zur Freude für alle Familienmitglieder machen den Sonntag zu etwas Besonderem. Ist es nicht wunderbar, wenn alle 7 Tage wieder ein Freutag kommt? Ich wünsche mir für meine Kinder, dass sie später mal sagen: „Der beste Tag der Woche war immer der Sonntag. Auch wenn die Messe für uns Kleine manchmal noch ziemlich langweilig war, gab es doch so viel Spaß für alle!“