Green Cooking am Gründonnerstag

Nun ist die Karwoche schon weit fortgeschritten:

Karwoche Jahreszeitentisch

Die Königskinder haben in den letzten Tagen sehr detailliert die Tempelreinigung aufgebaut und in der Playmo-Kiste auch Silbermünzen für den Verräter Judas Iskariot gefunden (leider nur im Wert von 19 Denaren, wie die Prinzessin ausgerechnet hat. Dann fehlen noch… Na?…).

Erstkommunion der Jünger Jesu

 

Heute, am sogenannten Gründonnerstag, war es also endlich so weit. Nach ca. drei Jahren Vorbereitung dürfen die Jünger zu ihrer Erstkommunion gehen, die gleichzeitig die Einsetzung der ersten Heiligen Messe ist. Mehr dazu findet ihr hier.

 

Bei uns gibt es traditionell an diesem Tag Grüne Soße. Weil alle das so gerne mögen, möchte ich gerne das Rezept mit euch teilen. Ich mache das sonst nach Gefühl, diesmal habe ich mir die Mengenangaben aufgeschrieben.

Ihr braucht für dieses Gericht (für 6 Personen):

Zutaten Grüne Soße

  • 2 Becher Saure Sahne/ Sauerrahm (es geht aber auch Crème fraîche oder Joghurt, je nachdem wie leicht die Soße werden soll);
  • 2 TL Senf
  • 2 EL Mayonnaise
  • (Kräter)Essig
  • Kräuter (traditionell nimmt man Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Pimpinelle, Borretsch, Sauerampfer, Kresse)- in manchen Regionen gibt es den passenden Kräuterbund um diese Zeit, bei uns leider nicht 😦 . In meiner Not habe ich 2 Päckchen TK-Kräuter genommen (8-Kräuter-Mischung) und einige wenige frische dazu, denn nur die sorgen für eine schöne grüne Farbe;
  • Salz
  • hartgekochte Eier
  • Pellkartoffeln
  1. Während die Eier und die Kartoffeln kochen, mischt ihr die Saure Sahne mit der Mayonnaise, dem Senf und 2-3 großzügigen EL Essig. Das ganze sollte leicht säuerlich (aber nicht sauer) schmecken. Zubereitung Grüne Soße
  2. Nun hackt man die Kräuer klein und gibt sie zu den übrigen Zutaten in die Schüssel. Kräuter für Grüne Soße
  3. Alles noch gut pürieren (oder am besten gleich im Mixer zubereiten) und mit Salz abschmecken.Grüne Soße pürieren
  4. Die kalte Soße zusammen mit den hartgekochten Eiern und den warmen Pellkartoffeln anrichten.Gründonnerstag gibt es Grüne Soße

 

Ihr habt somit ein grünes (obwohl ich weiß, dass Gründonnerstag vom althochdeutschen Wort greinen = weinen, klagen abgeleitet wird und mit der Farbe nichts zu tun hat) leckeres, sehr erfrischendes, einfaches und schnelles Fastenessen, das sich auch für Karfreitag gut eignen würde. Bei uns gibt es das aber trotzdem nur einmal im Jahr und gehört zum Gründonnerstag unbedingt dazu.

Gibt es bei euch traditionelle Gerichte zu bestimmten Festen?

 

 

 

 

Mit den Königskindern durch den Advent: Wir stellen uns vor und binden einen Adventskranz

mit-den-konigskindern-durch-den-advent

Ich bin so aufgeregt, denn heute beginnt fast die schönste Zeit im Jahr: der Advent. Aber zuerst stelle ich mich mal vor: Ich heiße Marie und bin 8 Jahre alt. Mit meinen 3 jüngeren Brüdern lebe ich in einer kleinen Stadt. Meine Eltern wohnen natürlich auch dort. Und mein Kater, aber der lebt hauptsächlich auf der Straße. Ich habe mal die ganze Familie gemalt, damit man sich uns besser vorstellen kann:meine-familie Ich will euch dieses Jahr mal erzählen, warum ich die Adventszeit so gerne mag und was wir in der Familie alles in dieser besonderen Zeit machen. Ab dem ersten Dezember dürft ihr uns also auf unserem Weg Richtung Weihnachten begleiten.

Wenn ich an Heiligabend denke, kribbelt es in meinem Bauch vor Aufregung. Ich kann es kaum erwarten! Leider dauert es dieses Jahr besonders lange bis Weihnachten, aber zum Glück erleben wir Königskinder so viel, dass es uns (fast) nie langweilig wird.

Eigentlich beginnt der Advent immer schon ein paar Tage vor dem ersten Adventssonntag. Denn dann holt mein Papa aus dem Keller unsere Adventskisten. Wir haben eine schöne dunkelrote und einen alten Umzugskarton. Da sind so viele Sachen drin! Leider dürfen wir Kinder nicht darin herumkramen. Mama braucht daraus erstmal nur einige Dinge: adventskranz-bindeneinen Strohkranz , der schon ziemlich mitgenommen aussieht (Mama sagt, der heißt Kranzrohling. Das ist doch ein merkwürdiger Name, oder?), einen Teller und vier goldene Kerzenhalter. Dann ist da noch eine Rolle mit altem Draht, der Jahr für Jahr sorgfältig aufgerollt wird und dann mit dem Rohling wieder in die Adventskisten wandert. So brauchen wir nicht immer alles neu kaufen. Aber etwas muss doch jedes Jahr neu besorgt werden: vier Kerzen (Mama mag am liebsten rote. mir würden andere Farben aber auch ganz gut gefallen oder es gibt auch so Kerzen mit Glitzer) und Zweige. Meine Omas haben es gut, denn die gehen einfach mit der Gartenschere vor die Haustür und haben alle möglichen Bäume und Büsche, von denen sie sich ein paar Zweige abschneiden können. Dann trocknet der Kranz auch nicht so schnell und es besteht weniger Brandgefahr. Wir kaufen die Zweige einfach auf dem Markt.

adventskranzMeine Mama hat von ihrer Mama gelernt, wie man einen Kranz bindet. Ich passe immer gut auf, damit ich es auch lerne und später meinen Kindern beibringen kann.
Habt ihr auch Lust auf einen selbstgemachten Adventskranz? Wenn ihr keine Oma habt, die es euch erklärt, findet ihr auch ganz viele Anleitungen im Internet, z.B. hier. Das gab es früher noch nicht, sagt meine Mama. Kann man sich das vorstellen??

Ich liebe den Duft von frischen Tannenzweigen! Es riecht nun schon richtig nach Weihnachten. Und heute morgen gab es ein gemütliches Adventsfrühstück bei Kerzenschein. adventsfruhstuckIch hab mal ein Bild vom Vorjahr herausgesucht:

Mein Bruder Max war ganz enttäuscht, dass noch kein Adventskalender hing. Dabei ist doch noch gar kein Dezember! Er ist noch im Kindergarten und weiß es nicht so genau. Aber als er gerade losmotzte (was beinahe die feierliche Stimmung kaputtgemacht hätte), wisst ihr was wir da entdeckt haben? Ein kleines Päckchen, das unser kleiner Bruder Leon auspacken durfte (der hätte sonst auch losgeschrien- manchmal ist es wirklich nicht leicht mit Brüdern!). War das nicht lieb von Mama und Papa? Dabei war ja wirklich noch kein Adventskalendertag. Im Paket war ein Büchlein mit der Geschichte über die Entstehung des ersten Adventskranzes (das Büchlein findet ihr in der Pixi-Reihe W29). Den hat ein Pfarrer namens Johann Hinrich Wichern vor 170 Jahren in Hamburg erfunden, um armen Kindern ohne Mama und Papa das Warten auf Heiligabend leichter zu machen. Tag für Tag wurde eine Kerze mehr angezündet, dass es immer heller in der dunklen Adventszeit wurde bis Weihnachten, am Geburtstag vom Jesusbaby. Damals brauchten sie ein Wagenrad für so viele Kerzen (es waren 24), heute reicht unser Rohling für vier Stück.

Wir sangen noch die erste Strophe von „Wir sagen euch an den lieben Advent“. Dann mussten wir uns beeilen, damit wir noch pünktlich zur Messe kamen, denn dort sollte dann der Adventskranz gesegnet werden. Der Pfarrer hat dann überhaupt etwas ganz Verrücktes erzählt. Heute ist nämlich sowas wie Neujahr, weil nämlich ein neues Kirchenjahr beginnt. Hat das schon mal jemand gehört?

War unser erster Advent nicht aufregend? Ich hab doch gesagt, dass das Warten auf Heiligabend nicht schwer ist, wenn wir so viel erleben.

Wie habt ihr in eurer Familie den Beginn der Adventszeit gefeiert?

 

 

 

Die O-Antiphonen – ein rätselhafter Brauch?!

Heute, am 17.12., beginnen die mysteriösen O-Antiphonen.

O-Antiphone_Bildkarten

Was -um Himmels willen- ist denn das?

Der Adventskalender leert sich merklich, der Countdown läuft und Weihnachten rückt näher. Die Königskinder wissen genau: nur noch siebenmal schlafen, dann hat das Warten ein Ende und das Christkind kommt endlich.

In der Oktav (also in den acht Tagen) vor Weihnachten gibt es in der katholischen Liturgie besondere Gesänge beim Abendlob (=Vesper). Wer in diesen Tagen die hl. Messe besucht, hört vielleicht die O-Antiphonen als Ruf vor dem Evangelium. Wir bitten darin Christus zu uns zu kommen und rufen ihn mit verschiedenen Messiastiteln an, die sich in den Prophezeiungen des Alten Testaments finden:

17.12.: Oh Weisheit

18.12.: Oh Adonai (=Herr)

19.12.: Oh Wurzel Jesse

20.12.: Oh Schlüssel Davids

21.12.: Oh Aufgang der Sonne

22.12.: Oh König der Völker

23.12.: Oh Immanuel (=Gott mit uns)

O-Antiphone sind also traditionelle liturgische Gesänge, in denen Christus mit unterschiedlichen messianischen Titeln angerufen wird, die alle mit dem Ausruf „O“ eingeleitet werden.

(Einige von euch kennen sicher auch Adventslieder, in denen es heisst: Oh komm, Immanuel… Sie gehen auch auf eine Strophe der O-Antiphonen zurück.)

Da diese Gesänge zum Abendgebet gehören, enden sie am 23.12., denn der 24.12. ist ja schon der Vorabend von Weihnachten, sehr gut bekannt als  „Heiligabend“.

Wir greifen zu Hause bei den Königskindern diese alte Tradition auf, da sie dabei helfen O-Antiphonen_Symbolekann, die Erwartung auf Weihnachten zu intensivieren. Dazu habe ich Symbole zu den Titeln auf violette (=liturgische Farbe des Advents) Tonkartonkreise gemalt und die Anrufungen auf Latein geschrieben. Warum denn das? Nur Geduld….

Auf der Rückseite steht der Anfangsbuchstabe des lateinischen Wortes.

Jetzt hängen alle Kärtchen mit Washi Tape befestigt am Jahresfestkreistisch.

O-Antiphonen_Jahresfestkreistisch

Heute haben die Köniskinder vor dem Abendgebet geraten, was das Symbol bedeuten könnte.

Nachdem wir das geklärt hatten, haben wir im neuen Gotteslob Nr. 792 gebetet (die Melodie kenne ich leider noch nicht). Teilweise habe ich versucht, die für Kinder etwas schwierigen Begriffe zu „übersetzen“.

Tipp für ältere Kinder: Im alten Gotteslob gibt es unter der Nummer 772 eine schöne Adventsandacht zu den Antiphonen. Dort findet man auch die passenden Bibelstellen.

Im Anschluss haben wir die Pappscheibe umgedreht und ganz rechts unter die Kreise geheftet.

das Rätsel um die O-Antiphonen_Teil 1

Wenn ihr das jeden Tag macht, dann ergibt sich am 23.12. folgende Buchstabenkombination:

E R O C R A S

= lateinisch: ero cras = deutsch: morgen werde ich da sein

Wer auch immer sich das ausgedacht hat?!  Jedenfalls erhöht es die Spannung, denn Rätsel mögen die Kinder gerne. Ich denke, sie wissen dann auch genau, wer da am 24. kommen wird 😉

 

 

 

 

 

Adventskalender 13/24

Magnificat_13.12.

Da jubelt Maria: „Ja, wirklich, ich bin voll Freude! Ich will dem Herrn ein Lied singen, denn er hat an mir Wunderbares getan. Mein Gott, du bist großartig, du bist so gut! Heilig ist dein Name.“

 

Fortsetzung folgt… und hier für Neugierige einige Informationen zum heutigen Tag, der in doppelter Hinsicht besonders ist:

Der Jubelgesang Marias -auch als Magnificat bekannt- passt sehr gut zum Motto des heutigen dritten und somit vorletzten Adventssonntags: Gaudete– Freut euch (Phil 4,4)! Die (hoffentlich) ruhige besinnliche Vorbereitungszeit auf Weihnachten wird an diesem Tag mit einem Freudenfest unterbrochen, denn wir brauchen nun nicht mehr so lange auf die Geburt des Erlösers zu warten. Vielleicht trug bei euch der Priester heute sogar als Zeichen der Freude ein rosa Messgewand.

Auf dem Jahresfestkreistisch brennt heute zusätzlich zu den beiden lila Kerzen eine rosafarbene Kerze. Gaudete_2015Damit die Freude auch auf die Kinder überschwappt, steckte im Adventskalender eine extragroße besondere Überraschung für jedes Königskind- die haben sich wirklich sehr gefreut und werden diesen besonderen Tag sicher in Erinnerung behalten.

Heute am 13.12. feiern wir übrigens den Gedenktag der Hl. Lucia, Santa Lucianeben Barbara und Nikolaus eine weitere sehr beliebte Lichtgestalt des Advents. Bei uns darf die Prinzessin an diesem Tag immer als Luciabraut nach schwedischem Vorbild mit gebastelter Lichterkrone der Familie Kakao und Plätzchen servieren. Wie wäre es, wenn ihr die Geschichte der Heiligen Lucia oder auch die Novelle Die Legende des Luziatags von Selma Lagerlöf heute abend bei Kerzenlicht (vor)lest?

 

DIY: Mit Kindern die Frohe Botschaft entdecken

DIY mit Kindern Evangelium entdecken_vorschau

Sonntagmorgen, 11.10 Uhr: Soeben erhebt sich die Gemeinde, um vor dem Evangelium das Halleluja zu singen. Die Königskinder haben schon vor 5 Minuten (Die Messe beginnt um 11!) angefangen mit der Aufmerksamkeit aufzuhören. Die kleineren lümmeln auf der Bank, die Prinzessin blättert in einem Bilderbuch. Von der folgenden Frohen Botschaft werden sie nichts mitbekommen.

Ich würde gerne die Familie mit kleinen Kindern kennenlernen, die nicht von ähnlichen Erfahrungen berichten kann!

Man kann den Kindern nicht verübeln, dass sie es nicht allzu spannend finden, ca. 50-60 Minuten still zu sitzen (nicht, dass sie es nicht könnten…beim Fernsehen sind sie sehr still und konzentriert, auch bei langen Filmen über 60 Minuten!) Es fehlen in der Messe meistens andere Familien als Vorbilder, sie verstehen noch nicht so viel, die Predigt richtet sich ausschließlich an Erwachsene und um Mitsingen zu können, müsste man lesen können… Und heute liegt nicht zuletzt durch die Medien der Fokus einfach mehr auf dem Sehen. Zuhören fällt auch uns Großen schwer- oder erinnerst Du Dich noch an das Sonntagsevangelium oder sogar die Predigt?

Jesus kennt das Problem: „Deshalb rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie sehen und doch nicht sehen, weil sie hören und doch nicht hören und nichts verstehen.“ (Mt 13,13) Er versucht mit allen Mitteln, die Menschen zu erreichen, denn er weiß, dass die Fähigkeit des Zuhörens ein Weg zu Gott ist.

Dank seiner bildhaften Sprache und verständlichen Worte verstehen sogar die größeren Königskinder durchaus das Original und nicht nur die Kinderbibel. Am mangelnden Interesse liegt die Unaufmerksamkeit also nicht, vielmehr an der Methode.

Hier ist ein Vorschlag, wie wir als Familie Sonntag für Sonntag mehr die Bibel entdecken können.

Ihr braucht:

1 schönen Bilderrahmen zum Aufstellen

1 Rolle selbstklebende Tafelfolie

Kreide, Kreidemarker

das aktuelle Sonntagsevangelium (siehe auch Tipp 2 unter diesem Post)

Evangelium DIY Rahmen

So wirds gemacht:

  1. Entfernt die Glasscheibe aus dem Rahmen und klebt auf die Rückwand ein passendes Stück Tafelfolie. Fangt an einer Seite an zu kleben und streicht die Folie immer wieder schön glatt, sonst gibt es unschöne Falten. Jetzt könnt ihr die Rückwand wieder in den Rahmen setzen und befestigen.
  2. Sucht euch am besten am Samstagabend oder Sonntagmorgen (je nachdem, wann ihr ca. 10-15 Min Zeit habt) das aktuelle Sonntagsevangelium heraus, lest es gemeinsam und schreibt den (Ab-)Satz mit Kreide(marker) in den Rahmen, der euch anspricht/gefällt. Vielleicht können eure Kinder schon schreiben und übernehmen diesen Part, oder sie malen etwas dazu (einen schönen Rahmen, ein passendes Bild statt des Wortes…). Wir erklären dabei den Kindern schwierige Begriffe oder reden einfach über den Text. Das Ganze dauert wirklich nicht lange! Stellt den Rahmen an einen gut sichtbaren Platz (Esszimmer, Jahresfestkreistisch, Gebetsecke…), damit euch die Frohe Botschaft die Woche über begleiten kann.
  3. Informiert eure Kinder in der Messe, wenn das Evangelium vorgelesen wird. Sie werden viel besser zuhören (die Erwachsenen auch) und oft ist auch die Predigt verständlicher, da ihr euch bereits im Vorfeld mit dem Text beschäftigt hat. Ich bekomme dadurch jedenfalls oft gute Erklärungen oder hilfreiche Impulse für den Alltag.

Tipp 1: Wir haben zwei Rahmen in verschiedenen Größen, damit wir tagsüber öfter mal am Wort der Woche vorbeikommen.

Tipp 2: Ganz leicht wird die Sonntagsbibelentdeckungsreise für Familien mit folgendem Buch: Der Bibelkalender für Sonntagsmaler 2015 (benno- Verlag, ca. 8 €). Es handelt sich dabei um ein Malbuch (17×24,5 cm), das Kinder ca. ein Kirchenjahr lang begleitet. Leider beginnt es nicht im Advent sondern in der ersten Januarwoche und endet im Dezember- entspricht also nicht ganz buchempfehlung_evangelium fuer kinderdem Kirchenjahr, aber das hat wohl verkaufstechnische Gründe- trotzdem ein Minuspunkt! Für jeden Sonntag gibt es ein zum Evangelium passendes ansprechendes und nicht zu schwieriges Ausmalbild, das in kindgerechter Sprache auf der Rückseite abgedruckt ist. Eine Kalenderübersicht unter dem Bild hilft, die passende Woche zu finden. Wer das Evangelium im Original lesen möchte, findet die Bibelstelle in Klammern. Als Verständigungshilfe erhalten die Kinder Woche für Woche einen Brief vom Evangelisten Markus bzw. Lukas (jeweils passend zum Lesejahr), der zusammen mit einem lexikonartigen Miniartikel in Frage-Antwort-Form (zu Themen wie Kirchenjahr, Umwelt Jesu, Glauben…) und einem Impuls für die Woche (als Verbindung zwischen Gottesdienst und Alltag) ebenfalls auf der Rückseite zu finden ist. Das Buch spricht durch seine Aufmachung sowohl Kindergartenkinder an, die z.B. während der Erarbeitung des Evangeliums in der Familie oder auch während der Predigt in der Kirche die Bilder ausmalen können, als auch Schüler, die dieTexte schon selbssonntagsevangelium2tändig lesen können. Und auch für Erwachsene finden sich viele interessante Fakten zur Welt der Bibel. Ich hätte mir gewünscht, dass Bild und Bibelstelle samt Erklärungen nebeneinander auf der Doppelseite erscheinen, aber man gewöhnt sich auch ans Blättern. Wir stellen das aufgeschlagene Buch mit dem passenden Bild oft neben unseren Bilderrahmen, damit sich auch die Nicht-Leser an die Bibelstelle erinnern. Ich hoffe sehr, dass es dieses Buch auch nächstes Jahr wieder gibt!

Auf den Fotos findet ihr noch Abbildungen aus einem weiteren Buch, das es leider nur auf Französisch gibt, (Mon cahier de messe, Anneé B, Salvator famille, 16 €). Dessen wöchentliche Ausmalbilder mögen die Königskinder etwas lieber, weil es zusätzlich Sticker zum Aufkleben gibt, was sie während der Messe gut beschäftigt. Für mehr Interaktivität sorgen auch die Mal- und Sucsonntagsevangeliumhaufträge in den Kästchen, die auf der Doppelseite verteilt sind, und ein Elternbereich, der Impulse zum (Glaubens-)gespräch passend zum Evangelium bietet. Dieses ist ebenfalls in kindgerechter verkürzter Form abgedruckt. Die richtige Seite findet man anhand der Datumsübersicht am Ende des Buches, es lässt sich gut über mehrere Lesejahre B verwenden. Das Buch richtet sich an 3-7Jährige. Sachinformationen fehlen, dafür gibt es neben der Angabe der Originalbiblestelle Liedervorschläge, die für uns aber uninteressant sind. Mir gefällt das Buch dennoch sehr gut. Vielleicht erscheint es ja mal in deutscher Übersetzung?!

Und nun viel Spaß beim Entdecken der Frohen Botschaft- wir haben heute den 20. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B 🙂

D

Sonntagskleider für meine Puppe und mich

sonntagskleider für die puppe und mich

Der Priester meinte am Sonntag, es sei ein bisschen warm. So kann man die Hitze natürlich auch beschreiben 😉 Als ich letzte Woche in den Kleiderschrank der Prinzessin schaute, fand ich nur luftige Sommerkleider, die für den See oder Spielplatz passend sind. Was soll die kleine Dame aber an einem heißen Sonntag tragen? Ich nutzte die Siesta und die Kühle der Nacht und setzte endlich ein Projekt von meiner „was-ich-machen-möchte-wenn-ich-mal-zeit-habe-Liste um: Das Kleid Bluebell aus der Ottobre 3/15 aus einem Elsa-blauen Stoff, der seit dem Frühling geduldig wartete…

Ottobre_Bluebell

Mir gefallen besonders der schlichte Schnitt, die Puffärmel und die Zackenlitze am Saum:

                                     Bluebell_Puffärmel      Bluebell_Saum      Ottobre_Bluebell_Puppenkleid

Und da das Kleid erstaunlich schnell genäht war, die Größe stimmte (Ottobre-Schnitte fallen meistens sehr groß aus) und noch genug Stoff übrig war, habe ich der armen Puppe, die ja auch kein luftiges Sonntagskleidchen besaß, gleich ein ähnliches Puppenkleidchen mitgenäht.

bluebell_puppenkleid

Der selbstgebasteltete Schnitt sitzt auch ganz gut 🙂

Warum eigentlich ein Sonntagskleid?

Das klingt nach Stillsitzen und nicht-Spielen-dürfen. Ist das überhaupt noch zeitgemäß? Ich bin mir sicher, dass Gott keine festlichen Kleider braucht! Ihm sind die Herzen und die innere Haltung der Menschen wichtiger. (Brautpaare sind da zuweilen strenger und geben in der Einladung strikte Dresscodes vor). Ich bin mir aber auch sicher, dass es uns Menschen hilft, ein Gespür für das Besondere zu entwickeln, wenn wir zu bestimmten Anlässen andere, ja festliche Kleidung tragen (Hochzeit der Schwester, Taufe des Nachbarskindes, Bewerbungsgespräch, Erster Schultag usw.) Warum dann nicht auch ein nettes Sonntagskleid für die Kirche, wo wir schließlich unseren Vater, den König des Himmels und der Erde, besuchen?

Wenn es nicht gerade an Matschtagen auf den Spielplatz geht, darf ein Sonntagskleid bei uns aber auch im Alltag getragen werden (und die Puppenmami hat schon angekündigt, dass sie die ganzen Ferien über nichts anderes mehr tragen wird. hmmm….). Im Alltag darf hier nämlich jeder (beinahe) alles anziehen, was er möchte/ was wettertechnisch und anlassbedingt passt, aber Sonntags lege ich Wert auf festliche besonders schöne Kleidung (wenigstens bis nach der Messe).

Aber nicht nur kleidungsmäßig sollten sich meiner Meinung nach Werk- und Sonntage unterscheiden:

Seit einigen Wochen befinden wir uns nun schon mitten in der gewöhnlichen Zeit im Jahreskreis, zuletzt zum Beispiel der 16. Sonntag im Jahreskreis. Das klingt nach all den Feierlichkeiten um Ostern herum nach einer laaaangen Liste von aneinandergereihten langweiligen alltäglichen Sonntagen in der Kirche. Doch wer so denkt, tut dem Sonntag Unrecht. Seit der Urkirche hat der sogenannte „Herrentag“ eine hervorgehobene Stellung als „erster Tag der Woche“. Wir Christen erinnern uns dann an die Auferstehung Jesu. Anders ausgedrückt: Jeder Sonntag, selbst der xte im Jahreskreis, ist ein kleines Osterfest. In der Sprache der Bibel heißt das: „Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; wir wollen jubeln und uns an ihm freuen“ (Ps 118,24).                                                                                                                                                   Wie kann man diese Gedanken zu Hause umsetzen? Gewöhnlich unterscheiden Kinder (zumindest ab dem Kindergartenalter) und Erwachsene Werktage und Wochenende. Somit haben Samstag und Sonntag eine ähnliche Wertigkeit. Ich will euch jetzt zeigen, wie wir als Familie versuchen, den Sonntag in seiner ursprünglichen Bedeutung mehr zu würdigen.

1) Besonderes Frühstück: Sonntags wird der Tisch mit Tischdecke und meinem Lieblingspunktegeschirr gedeckt. Es gibt Schokoaufstrich oder Honig, die unter der Woche meistens im Schrank bleiben. Ich mag besonders gern Hefezopf, doch gestern gab es frisch gebackene Semmeln. Was es mit dem aufgeschlagenen Buch auf sich hat, verrate ich demnächst.

Sonntagsfrühstück

2) Hl. Messe: Das Wichtigste am Sonntag!! Für unsere Langschläfer haben wir in der Nähe eine Messe um 11 Uhr, die sich ganz gut mit einem gemütlichen Frühstück deckt. Für andere Familien ist ein früherer Termin vielleicht passender- und dafür ein ausgiebiges langes Mittagessen… Wir haben unsere „Stammkirche“, die ich auf jeden Fall bevorzuge, bleiben jedoch je nach weiterem Sonntagsprogramm flexibel und kennen uns bei den Gottesdienstzeiten im Umkreis gut aus. Da lobe ich mir die modernen Zeiten mit Auto und guter Internetpäsenz der Pfarren 🙂 Und ganz nebenbei merken die Kinder, dass wir nicht diese oder jene Kirche besuchen, sondern Jesus, der nicht ortsgebunden ist. Es wird auch im Urlaub wieder spannend, in einem anderen Land und einer fremden Sprache die Messe zu besuchen. Kinder merken dabei: Jesus versteht alle Sprachen und wartet auch in der Ferne auf uns. Und der Ablauf der Messe ist ja sowieso gleich 🙂

3) Besonderes Sonntagsessen: gibt es bei uns wegen der späten Messe ebenfalls spät oder machmal auch erst am Abend

4) Kaffee und Kuchen (oder Besuch in der Eisdiele) passen wunderbar zum Sonntagnachmittag- am besten mit Freunden genießen!                                                                                                                                                                                5) Ein Programm zum Jubeln und zur Freude für alle Familienmitglieder machen den Sonntag zu etwas Besonderem. Ist es nicht wunderbar, wenn alle 7 Tage wieder ein Freutag kommt? Ich wünsche mir für meine Kinder, dass sie später mal sagen: „Der beste Tag der Woche war immer der Sonntag. Auch wenn die Messe für uns Kleine manchmal noch ziemlich langweilig war, gab es doch so viel Spaß für alle!“

Warum ist die Erstkommunion ein besonderes Fest?

Vielleicht wart ihr am Weißen Sonntag/ an einem der letzten Ostersonntage bei der Erstkommunion eines Kindes aus eurem Bekanntenkreis oder sogar aus der Familie, vielleicht habt ihr dieses Ereignis auch „nur so“ in eurer Pfarrkirche erlebt- wie wir. Ein schönes Fest, ja vielmehr sogar, nämlich ein Sakrament. Das erste, das ein Kind normalerweise bewusst miterlebt.

Unsere Königskinder sind noch zu jung. Die Prinzessin freut sich aber schon auf ihr schönes Kleid auf ihre Erstkommunion. Sie und ihr Bruder wollten genau wissen, warum die Kinder da vorne jetzt zur Kommunion gehen dürfen und was da eigentlich passiert. Was ist das Besondere an dieser Feier?

Es ist nicht leicht, Kleinkindern das Sakrament der Eucharistie zu erklären. Ich zeige hier, wie wir es versuchen. Bevor ich aus der Bibel vorlese erkläre ich kurz die Bedeutung vom Passahfest: Jedes Jahr feiern die Juden ein Fest mit einem Festmahl (mit ungesäuertem Brot und Lammfleisch) und wichtigen Gebeten. Sie wollen damit Gott danken, dass er vor ganz langer Zeit Moses geschickt hat, der Gottes Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit hat. Das Passahfest, das Jesus mit seinen Jüngern feiert, wurde also bereits seit Tausenden von Jahren jährlich gefeiert – mit einer Ausnahme: Diesmal sagt er etwas ganz Neues, wichtige, wertvolle, besondere Worte voller Liebe. Jetzt schauen und hören wir uns an, was in der Bibel (leicht gekürzt nach Lk 22,7-20) steht.

In jener Zeit…

Es kam nun der Tag, von dem an ungesäuertes Brot gegessen wurde und an dem die Passahlämmer geschlachtet werden mussten. Deshalb gab Jesus seinen Jüngern Petrus und Johannes den Auftrag: „Bereitet alles vor, damit wir gemeinsam das Passahmahl essen können.“

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„Wo sollen wir das Fest feiern?“ fragten sie. „Wenn ihr nach Jerusalem kommt,“ antwortete er, „wird euch ein Mann begegnen, der einen Wasserkrug trägt. Geht ihm nach bis zu dem Haus, das er betritt. Sagt dem Hausherrn: ,Unser Lehrer bittet dich, uns den Raum zu zeigen, in dem er mit seinen Jüngern das Passahmahl feiern kann.‘ Er wird euch im Obergeschoss einen großen Raum führen, der mit Polstern ausgestattet ist. Dort bereitet das Essen zu.“

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Die beiden Jünger gingen in die Stadt. Es kam alles so, wie Jesus es gesagt hatte. Und sie bereiteten dort das Fest vor.

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Als die Stunde für das Passahmahl da war, nahm Jesus mit den Aposteln an der Festtafel Platz.

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Er sagte zu ihnen: „Wie sehr habe ich mich danach gesehnt, dieses Passahmahl mit euch zu feiern, bevor ich leiden muss. Ich werde erst dann wieder Mahlgemeinschaft mit euch haben, wenn das, worauf jedes Passahmahl nur hinweist, volle Wirklichkeit geworden ist: Die neue Welt Gottes.“

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Jesus nahm Brot. Er dankte Gott dafür, brach es und gab es ihnen mit den Worten: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis.“ Nach dem Essen nahm er einen weiteren Becher mit Wein, reichte ihn seinen Jüngern und sprach: Dieser Wein ist das Zeichen des neuen Bundes zwischen Gott und den Menschen- er wird mit meinem Blut besiegelt, das ich für euch vergießen werde.

Nach dem Letzten Abendmahl gingen Jesus und die Jünger in den Garten Gethsemane. Dort wurde Jesus verraten und verhaftet und später auf dem Berg Golgotha gekreuzigt.

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Aber am dritten Tag ist er von den Toten auferstanden.

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Welches sind die besonderen neuen Worte, die Jesus spricht? Wo hast Du sie schon einmal gehört? Wer spricht heute diese Worte? Aber wessen Worte sind es eigentlich?

Jesus hat uns versprochen, immer bei uns zu bleiben. Er hält sein Versprechen und ist auch heute noch in der Eucharistie bei uns anwesend. Deswegen bereiten sich Kinder lange auf ihre Erstkommunion vor. Jesus freut sich auch schon auf Dich 🙂