Palmsonntag zu Hause nachfeiern

Seit einer Woche, also seit dem so genannten ersten Passionssonntag, ist das Kreuz im Esszimmer verhüllt.erster Passionssonntag Iudica

Die Kirche hat sich da etwas Interessantes einfallen lassen, denn das verhüllte Kreuz fällt jedem ins Auge, wohingegen das „normale“ Kreuz höchstens denen auffällt, denen es nicht passt. Der Rest beachtet es schlicht und einfach nicht. Jedenfalls geht es uns zu Hause oft so, und darum finde ich diesen Brauch auch in der Familie wichtig.

Heute ist Palmsonntag. Hier geht es zur Geschichte (und zu einem leckeren Rezept).

Damit die Kinder besser verstehen, was heute in der Messe erzählt und gefeiert wird, habe ich nach dieser tollen Idee eine vereinfachte Karte vom Jerusalem zur Zeit Jesu mit Wachskreiden skizziert. Wir konnten uns dadurch auf eine spannende Zeitreise auf den Spuren Jesu begeben.

Jerusalem zur Zeit Jesu

Nach einer kurzen Einführung, bei der ich die Stadt vor ihren Augen mit unseren Bauklötzchen errichtete und anhand von Bildern (aus Heft 22/23 dieser Reihe) die Ereignisse erzählte, konnten die beiden großen Königskinder die wichtigsten Orte der Passionsgeschichte benennen, passende Bildkarten zuordnen und schließlich sogar selbst die Stadt mit Holzfiguren und Bausteinen zum Leben erwecken.

Karte Jerusalem zur Zeit Jesu

Alle (auch wir Erwachsenen) haben nun eine genauere Vorstellung von den historischen Ereignissen. Es ist erstaunlich, welche Wege Jesus auf seinen letzten Tagen in Jerusalem zurückgelegt hat. Das kann man durch Lesen der biblischen Texte gar nicht erfassen.

Auf dem Jahresfestkreistisch macht ein Diorama von diesem Fastenzeitkalender, das wir vor mehreren Jahren gebastelt haben, die Karwoche ersichtlich.

Diorama Karwoche

Es handelt sich um eine Art Passionskrippe in kompakter Form, auf dem die Kinder alle wichtigen Ereignisse suchen und entdecken können. Das dazu passende Geschichtenheft besitze ich zwar nicht mehr, dafür sind aber weitere Kalender hier eingezogen, die ich hier hoffentlich in den nächsten Tagen noch vorstellen kann.

Um diese wichtigste Woche vor Ostern, die in anderen Ländern oft Heilige Woche heißt, in ihrer Dauer darzustellen, legen wir jeden Tag eine Karte (wenn möglich in der passenden liturgischen Farbe) auf und stellen ein Symbol dazu. Ähnlich haben die Kinder im Kindergarten die Ostergeschichte erzählt bekommen.

Hausaltar Palmsonntag

Heute fanden wir einen Esel mit Palmzweigen besonders passend.

Hoffentlich kann der ein oder andere unsere Ideen zum kindgerechten Mitfeiern der Karwoche gebrauchen!

 

 

Sankt Nikolaus zu Besuch bei den Königskindern

Nikolaustag2015

Der Nikolaus ist bei uns in der Gegend ziemlich aktiv. Schon Tage vor seinem Fest schleicht er durch die Ortschaft und steckt mal verstohlen eine Erdnuss in die Rucksäcke oder Stiefel in der Kindergartengarderobe oder während des Kinderturnens einen winzigen Schokonikolaus in die Schuhe. Man kann sich direkt vorstellen, wie er in seinen Bart schmunzelt, bevor es schnell weiter geht. Schließlich muss er mit seinem dunklen Gefährten, dem Knecht Ruprecht, ja auch noch sichtbare Besuche im Kindergarten, in der Schule und auf dem Weihnachtsmarkt abstatten. Und natürlich auch bei uns…

Am 05.12., also dem Nikolausabend, lasen wir das kleine Nikolausbüchlein mit Bräuchen, Liedern, Legenden und Gedichten vor, das an diesem Tag im Adventskalendersäckchen steckte.

Adventskalender2015

Natürlich wollten dann die Königskinder auch die Stiefel vor die Tür stellen, wie sie es in einer Geschichte gehört hatten. Die Prinzessin legte von sich aus noch schnell einen Brief und ein selbstgebackenes Plätzchen für den guten Bischof dazu. Zum Stiefelputzen war es aber wirklich schon zu spät!

Nikolaus_stiefel

 

Welche Frnikolaus war da mit seinen gabeneude am nächsten Morgen, als da die Stiefel mit Schokolade, Äpfeln, Nüssen und Mandarinen gefüllt waren. Sogar eine Antwort hatte der Heilige hinterlassen, neben Kekskrümeln und goldenen Sternen, die er sicher direkt vom Himmel mitgebracht hatte.

Am Abend trafen wir uns mit einer befreundeten Familie, um gemeinsam auf den Besuch des ungleichen Paares zu warten, und wirklich ertönte bald die Türglocke, dann ein himmlisches Glöckchen, und dann stapften Nikolaus und sein Knecht Ruprecht herein. Die Kinder waren alle voller Erwartung und Ehrfurcht (so still sind sie selten).

Gut, dass bei uns zu Hause und in Schule und Kindergarten schon viel vom Heiligen Bischof Nikolaus die Rede war, denn dieses Jahr wollte er selbst uns bei seinem Besuch doch eine recht merkwürdige Geschichte seiner selbst preisgeben: er habe früher ein -leider einsames- Leben im Überfluss mit täglich Schnitzel und Pommes geführt, aber dank seines Reichtums, den er in Barbies und Eisenbahnen anlegte, konnte er sich doch schließlich die Kinder als Freunde kaufen…  Gut, dass die Kinder so aufgeregt waren und gar nicht richtig zuhörten! Sie hätten die Geschichte des reichen Jünglings, der aus Liebe zu den Menschen in der Nachfolge Jesu Christi selbstlos sein Gold verschenkte und stets ein Ohr für die Nöte der Menschen hatte, nämlich richtig erzählen können.  Schade, dass die Kirchengemeinde nicht ein bisschen mehr darauf achtet, was den Kindern inhaltlich vermittelt wird…

Der liebe Nikolaus hatte unglaublich viel Gutes über die Kinder in seinem goldenen Buch, das beim Aufschlagen himmlische Töne von sich gab, notiert. Die Rute konnte also ruhig mit dem Knecht Ruprecht in der Ecke stehen bleiben, denn es gab nur einige wenige Verbesserungsmöglichkeiten.

Nach der Bescherung (neben weiterer Schokolade nikolaus war da 2015gab es für jeden ein kleines Spielzeug- und der Nikolaus hatte dieses Jahr richtig gut ausgesucht 🙂 ) aßen wir gemeinsam. Als dann die ersten Kinder auf dem Sofa einschliefen, war es Zeit, den ereignisreichen Nikolaustag mit einem gemeinsamen Dank- und Abendgebet zu beenden, bevor alle in ihre Betten fielen.

Es ist schön, dass es vielen ein Anliegen war, dass das Nikolausfest etwas anderes wurde als eine üppige vorweihnachtliche Bescherung, z.B. durch das geheimnisvolle Verstecken von Kleinigkeiten, das eine freudige Erwartung auslöst. So ist selbst eine kleine Erdnuss etwas Wunderbares! Bei uns bringt der Nikolaus seine klassischen Gaben (Lebkuchen, Mandarinen…) und wirklich nur etwas Kleines zum Spielen. Über das zusätzliche Füllen der Stiefel kann man sich streiten, aber das war eine spontane Idee der Prinzessin, nachdem wir eine entsprechende Geschichte gelesen hatten. Und weil sie alles so nett vorbereitet hatte (sie stellte die Schuhe aller Familienmitglieder auf), wollte der gute Heilige sie nicht enttäuschen.

Dann also bis nächstes Jahr, lieber guter Nikolaus!