Fastenzeit mit Kleinkindern: Das war unser März

Dieses Jahr fielen Monatsanfang und Aschermittwoch auf einen Tag. Wir holten den Prinz früher aus dem Kindergarten ab, damit wir (bis auf den Papa) gemeinsam die Schülermesse zum Beginn der Fastenzeit besuchen konnten. Auch das Baby bekam Asche auf sein Köpfchen gestreut und wurde daran erinnert, dass auch es einmal wieder Staub wird. Das ist schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn dem noch relativ Neugeborenem Tod und Vergänglichkeit verkündet werden. Da möchte doch eigentlich keiner dran denken! Doch nach dem ersten Schock wurde mir besonders im weiteren Verlauf der Messe wieder klar, was Jesus uns Großartiges versprochen hat: es muss zwar wirklich jeder Mensch irgendwann sterben, aber er darf sich dafür auf ein neues Leben freuen, auf ein Leben in Fülle. Wie genau das sein wird, kann ich mir nicht vorstellen, aber es hört sich jedenfalls ziemlich gut an! Und damit wir genau das hoffen dürfen, gibt es Ostern! Da wichtige Ereignisse als solche ernst genommen werden sollten, empfiehlt sich eine gute Vorbereitung, in diesem Fall also die 40tägige Fastenzeit.

Und so sieht sie bei den Königskindern dieses Jahr aus:

Basteln für die FastenzeitZu Hause beeilten wir uns mit dem einfachen Mittagessen (Kartoffeln mit Butter und Salz bzw. Kräuterquark) und bastelten uns einen eigenen Fastenkalender , der aufgrund weiterer Termine leider bis auf den heutigen Tag nicht fertig wurde und trotzdem am Esstisch hängt.

 

Fastenzeitkalender

Die beiden Kinder unten links auf dem Plakat bekamen abends noch ein Aschekreuz auf die Papierstirn gezeichnet. Dafür hat der Papa die letzten Reste von den Palmzweigen vom Vorjahr verbrannt.

Wir bastelten auch noch Fastenvorsatzwürfel: Fastenvorsatzwürfel
Wer keine Idee für einen Fastenvorsatz hat, kann sich einen Tipp erwürfeln (Teilen, Helfen, Beten, Verzichten, Trösten, besonders fröhlich sein).

Abends überlegen wir (auch die Eltern) beim Abendgebet, ob wir unseren Tagesvorsatz geschafft haben. Für diesen und andere gute Taten sammeln wir Steine, die sich an Ostern in etwas Tolles verwandeln werden… Uns ist es dabei wichtig, den Kindern zu zeigen, was Fastenzeit bedeuten kann. Es gibt aber keinen Zwang- ob und wie gefastet wird, ist jedem selbst überlassen.

Gute Taten in der Fastemzeit sammeln

Die Steinebox steht auf unserem Jahresfestkreistisch, der lila (=liturgische Farbe für die Zeit der Vorbereitung und des Wartens) eingedeckt ist. Zum Beten zünden wir die lila Kerze an. Dieses Jahr sieht es schlichter aus als im Vorjahr, da es mir überall an Zeit fehlt.

Doch dafür gab es noch eine Neuheit: Wir beerdigten das Halleluja in einer Holzkiste und freuen uns darauf, es an Ostern endlich wieder in der Messe vor dem Evangelium zu hören und zu Hause auszupacken und aufzuhängen 😉

Unsere Wohnung bleibt vorerst einfach dekoriert, damit wir uns ganz besonders auf den Osterstrauß und die Frühlingsdeko freuen.

Raumschmuck Fastenzeit

Weitere Höhepunkte des Monats März:

19. März: Fest vom Hl. Joseph Joseph

25. März: Verkündigung des Herrn.

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Natürlich wird es noch nicht Weihnachten, aber in 9 Monaten ist es soweit. Die Kinder haben sich jedenfalls auf diese Aussicht gefreut. Ich finde es eine schöne Idee, sich an diesem Tag in seinem Kalender eine Seite mit Weihnachtsgeschenkideen für Familie und Freunde anzulegen, die ab jetzt gefüllt werden kann. Sehr gut organisierte Leute machen sich gleich noch Spalten dahinter mit folgenden Rubriken: gekauft/gebastelt, verpackt, abgeschickt/abgegeben. Zu denen gehöre ich aber leider nicht. Dennoch mag ich die Idee…

26. März: Laetare Sonntag : Wir freuen uns, dass Ostern schon ganz nahe ist und feiern den Tag mit einem besonders tollen Ausflug und dem ersten Eisbecher in diesem Jahr. Die Prinzessin trägt wenigstens rosa, wenn schon unser Pfarrer kein solches Messgewand besitzt. Laetare Sonntag

Schnitt: Katharina in Größe 128 (nach unten verlängert) aus dem empfehlenswerten Buch „Kinderkleider nähen für Größe 86 bis 128“ von Kirsi Etula u.a. Kinderkleiderbuch

Stoff: örtlicher Stoffladen

 

Freitags beten wir zu Hause einen kleinkindgerechten kurzen Kreuzweg:

Kinderkreuzweg

Und jetzt sind wir gespannt auf den April, der ja schon bald mit dem Palmsonntag die Karwoche einläutet. Dann dauert das Warten auf das Osterfest für uns und die selbstgebastelte diesjährige Osterkerze ja wirklich nicht mehr lange.

Osterkerze 2017

und damit das Feiern kein Ende findet, kommt auch noch die Erstkommunion der Prinzessin…

 

Und wie gestaltet ihr als Familie mit (kleinen) Kindern  die Fastenzeit zu Hause?

Aschermittwoch auf unserem Jahresfestkreistisch

 

aschermittwoch

Heute beginnt die Fastenzeit: 40 Tage Fasten, Beten und Almosen geben.

Wir haben am Vorabend nach dem Abschmücken der Faschingsdekoration einen Palmzweig vom letzten Palmsonntag, der immer die Osterkerze oder das Kreuz schmückte verbrannt, damit die Kinder sich auf den heutigen Tag einstimmen können. Besonders schöne Asche gab es nicht und die Glasschale hat es auch nicht überlebt 😦 Woher kommt eigentlich die Asche in der Kirche?? Haben die andere Palmzweige????

Die Kinder haben die Holzfigur mit der passenden liturgischen Farbe (lila) ausgewählt und dazu gestellt. Dann lasen wir das Tagesevangelium und sprachen kurz über die kommenden Wochen und besonders den folgenden Fast- und Abstinenztag, da wir nicht wussten, wie kindgerecht das Ereignis dann in der Messe thematisiert werden würde.

Fastenzeit für KinderIch habe dieses Jahr versucht, die Fastenzeit kindgerecht auf unserem Jahresfestkreistisch darzustellen: als ein steiniger Weg, der mit der Asche beginnt und zum Kreuz führt. Die einzelnen Sonntage sind wie im Advent jeweils durch eine Kerze dargestellt, die dann angezündet werden darf. Die Holzfigur mit der liturgischen Farbe darf mitwandern, damit man weiß, wo man sich gerade befindet, auch wenn die Kerze nicht brennt. Die Karwoche habe ich versucht mit den entsprechenden Figuren (siehe auch hier und hier) für Kinder bildlich werden zu lassen.

 

Karwoche holzfiguren

Palmsonntag      Letztes Abendmahl am Gründonnerstag    Verrat durch Judas       Karfreitag

Hier erkennt man noch einmal die sieben Kerzen- ein wirklich langer Weg bis Ostern

Jahreszeitentisch Fastenzeit

Ich wünsche allen eine besinnliche Fastenzeit und eine gute Vorbereitung auf Ostern!

Jesus ist das Licht der Welt- so feiern wir Mariä Lichtmess in der Familie

jesus ist das licht der welt

Heute haben wir den Kalender umdekoriert, denn nun ist ja schon wieder der erste Monat des Jahres 2016 vergangen.

februar_übersicht_kalender

Der kleine Engel zeigt auch gleich das erste Fest an, das wir am 02.02. feiern: Darstellung des Herrn– besser bekannt als Mariä Lichtmess.

Mariä lichtmess_kalender

Früher endete an diesem Tag die Weihnachtszeit. Bis dahin durfte die Krippe, der Tannenbaum und andere Deko stehen bleiben. Auch bei uns (und in manchen Kirchen) durfte der Baum bisher noch stehen bleiben (er hat netterweise auch nicht genadelt), denn es ist doch schade, wenn der geschmückte Weihnachtsbaum direkt nach Heiligabend wieder herausfliegt. Es gibt einen neuen Trend dahin, den Baum schon im Advent aufzustellen „damit man länger etwas von ihm hat“, aber da frage ich mich, ob nicht Advent und Weihnachten noch weiter miteinander verschmelzen. Deshalb steht bei den Königskindern der Baum einfach hinterher statt vorher länger. Am Sonntag sagte ein Königskind in der Messe zu mir, als es die Krippe betrachtete: „Wenn ich in die Kirche komme, ist das immer wieder wie Weihnachten!“ 🙂

Nun aber zurück zu unserem Lichtfest, das auf seine Art schon einen schönen Abschluss zu Weihnachten bildet. Aber seht selbst:

Vor 40 Tagen haben wir die Geburt des Jesuskindes gefeiert. Gott kommt als kleines Baby unter schwierigen Umständen zur Welt.

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo für Maria und Joseph laut dem jüdischen Gesetz drei Dinge anstehen: Die Reinigung der Mutter, die Auslösung des erstgeborenen Sohnes durch ein vorgeschriebens Opfer und die Darstellung Jesu im Tempel. Maria galt nach jüdischer Tradition nach der Geburt des Sohnes insgesamt 40 Tage als unrein. Dieses Wort finde ich nicht schön, denn es klingt, als sei es etwas Schlimmes. Reinigungsblutung (diesen Begriff habe ich bei Papst Benedikt gelesen) passt besser. Man kann darin eine Art gesetzlich vorgeschriebenen 7-wöchigen Mutterschutz sehen, in denen die Frau von gottesdienstlichen Verpflichtungen ausgenommen war.

Maria und Joseph sind also mit dem kleinen Baby-Jesus im Tempel von Jerusalem angekommen. Sie tragen einen Korb mit sich. Was ist wohl darin?

auf dem Weg zum Tempel

Nein, es sind nicht zwei augenlose Mini-Olafs 😉 , sondern zwei Tauben, die sie dem Priester im Tempel als Reinigungsopfer für Gott darbringen wollen. Sie wollen auch ihren Erstgeborenen auslösen, denn jeder erste Sohn gehört nach dem Gesetz Gott (das ist seit der Rettung aus der ägyptischen Knechtschaft so). Aber als sie im Tempel sind, geschieht etwas Sonderbares:

Dort warten zwei sehr alte Menschen schon ihr ganzes Leben lang geduldig auf ein besonderes Ereignis. Wer sind die beiden?

der greise Prophet SimeonDer eine ist Simeon, ein alter Priester. Als er den kleinen Jesus sieht, ist er so glücklich, dass sein Lebensziel erreicht wurde. Er nimmt das Kind in die Arme und preist Gott in einem schönen Lied:

„Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil geschaut, das du geschaffen hast, damit alle Völker es sehen: ein Licht, das die erleuchtet, die dich noch nicht kennen, und eine Verherrlichung deines Volkes Israel.“

nunc dimittis

Jesus wird somit öffentlich als Messias „dargestellt„- daher der Name des heutigen Festes. Er muss von Gott nicht ausgelöst werden, denn er gehört zu Gott, er ist ja sein Sohn. Er ist das Licht der ganzen Welt.

 Doch was hat der alte Priester nun in den Händen? Ist das nicht ein Schwert? Der schwertprophetieProphet Simeon hat außer den Freudenworten auch eine ernste Botschaft für Maria. Er kündigt das Dunkel des Kreuzes an. Marias Seele wird einst ein Schwert durchdringen. Die Ablehnung Jesu wird der Mutter ins Herz schneiden. Zur Herrlichkeit des Gottessohnes gehört also auch das Leiden.

Und wer ist die alte Frau?

die greise prophetin HannaHanna ist eine sehr fromme Frau, eine Prophetin, die im Tempel lebt und Gott den ganzen Tag mit Fasten und Beten dient. Auch sie preist Gott für seinen Sohn. Dann läuft sie weiter und verkündet allen, die auf die Erlösung Jerusalems warten, die hoffnungsvolle Nachricht von der Ankunft des Messias.

(nach Lk 2,22-40)

Wir haben den Kindern heute am Vorabend des Festes ungefähr mit diesen Worten die Geschichte an unserem Jahresfestkreistisch erzählt, die sie dann mit der ganz neuen, am Vortag entstandenen „Lichtmess-Box to go“ nachspielen durften.

Im Anschluss durfte jedes Kind eine Kerze anzünden und das Licht auch in die dunklen Ecken des Zimmers bringen, um zu zeigen, wie sich die frohe Botschaft vom Erlöser der Welt verbreitete und auch heute noch verbreitet.

Licht an lichtmess

Morgen gehen wir in die Messe und lassen dort unsere Kerzen segnen. Von dieser Lichtmesse kommt auch der Name. Es ist ein uraltes Fest, für das sich bis ins frühe Urchristentum Belege finden.

Und wie feiert ihr diesen Tag?

 

Die O-Antiphonen – ein rätselhafter Brauch?!

Heute, am 17.12., beginnen die mysteriösen O-Antiphonen.

O-Antiphone_Bildkarten

Was -um Himmels willen- ist denn das?

Der Adventskalender leert sich merklich, der Countdown läuft und Weihnachten rückt näher. Die Königskinder wissen genau: nur noch siebenmal schlafen, dann hat das Warten ein Ende und das Christkind kommt endlich.

In der Oktav (also in den acht Tagen) vor Weihnachten gibt es in der katholischen Liturgie besondere Gesänge beim Abendlob (=Vesper). Wer in diesen Tagen die hl. Messe besucht, hört vielleicht die O-Antiphonen als Ruf vor dem Evangelium. Wir bitten darin Christus zu uns zu kommen und rufen ihn mit verschiedenen Messiastiteln an, die sich in den Prophezeiungen des Alten Testaments finden:

17.12.: Oh Weisheit

18.12.: Oh Adonai (=Herr)

19.12.: Oh Wurzel Jesse

20.12.: Oh Schlüssel Davids

21.12.: Oh Aufgang der Sonne

22.12.: Oh König der Völker

23.12.: Oh Immanuel (=Gott mit uns)

O-Antiphone sind also traditionelle liturgische Gesänge, in denen Christus mit unterschiedlichen messianischen Titeln angerufen wird, die alle mit dem Ausruf „O“ eingeleitet werden.

(Einige von euch kennen sicher auch Adventslieder, in denen es heisst: Oh komm, Immanuel… Sie gehen auch auf eine Strophe der O-Antiphonen zurück.)

Da diese Gesänge zum Abendgebet gehören, enden sie am 23.12., denn der 24.12. ist ja schon der Vorabend von Weihnachten, sehr gut bekannt als  „Heiligabend“.

Wir greifen zu Hause bei den Königskindern diese alte Tradition auf, da sie dabei helfen O-Antiphonen_Symbolekann, die Erwartung auf Weihnachten zu intensivieren. Dazu habe ich Symbole zu den Titeln auf violette (=liturgische Farbe des Advents) Tonkartonkreise gemalt und die Anrufungen auf Latein geschrieben. Warum denn das? Nur Geduld….

Auf der Rückseite steht der Anfangsbuchstabe des lateinischen Wortes.

Jetzt hängen alle Kärtchen mit Washi Tape befestigt am Jahresfestkreistisch.

O-Antiphonen_Jahresfestkreistisch

Heute haben die Köniskinder vor dem Abendgebet geraten, was das Symbol bedeuten könnte.

Nachdem wir das geklärt hatten, haben wir im neuen Gotteslob Nr. 792 gebetet (die Melodie kenne ich leider noch nicht). Teilweise habe ich versucht, die für Kinder etwas schwierigen Begriffe zu „übersetzen“.

Tipp für ältere Kinder: Im alten Gotteslob gibt es unter der Nummer 772 eine schöne Adventsandacht zu den Antiphonen. Dort findet man auch die passenden Bibelstellen.

Im Anschluss haben wir die Pappscheibe umgedreht und ganz rechts unter die Kreise geheftet.

das Rätsel um die O-Antiphonen_Teil 1

Wenn ihr das jeden Tag macht, dann ergibt sich am 23.12. folgende Buchstabenkombination:

E R O C R A S

= lateinisch: ero cras = deutsch: morgen werde ich da sein

Wer auch immer sich das ausgedacht hat?!  Jedenfalls erhöht es die Spannung, denn Rätsel mögen die Kinder gerne. Ich denke, sie wissen dann auch genau, wer da am 24. kommen wird 😉

 

 

 

 

 

Adventskalender 08/24

mariä verkündigung_08.12.

Aber der Engel sagt zu Maria: „Hab keine Angst. Du wirst einen Sohn zur Welt bringen. Du sollst ihm den Namen Jesus geben. Er wird ‚Sohn Gottes‘ genannt werden. Er wird der Nachfolger auf dem Thron von König David sein. Doch seine Herrschaft wird kein Ende haben.“

 

Fortsetzung folgt…  hier nur kurz eine Anmerkung zum heutigen Fest:

mariä empfängnis_eröffnung jahr der barmherzigkeit

Wer geglaubt hat, dass das heutige Bild vom Adventskalender hervorragend zum Fest Mariä Empfängnis passt, den muss ich leider enttäuschen. Denn dieses Ereignis heißt in Kirchensprache Mariä Verkündigung und findet -logisch- neun Monate vor Weihnachten statt, also am 25.03. Wenn man zum heutigen Fest neun Monate hinzurechnet, ist man beim 8.September, dem Fest Mariä Geburt. Somit denkt die Kirche heute an die Empfängnis der kleinen unschuldigen Baby-Maria im Bauch von ihrer Mutter Anna.

Heute ist zusätzlich ein besonderes Ereignis in der katholischen Kirche, denn Papst Franziskus hat an diesem 08.12. das Jahr der Barmherzigkeit eröffnet. Deshlb steht ab heute auf unserem Jahresfestkreistisch ein Bild vom barmherzigen Jesus.