Fastenzeit mit Kleinkindern: Das war unser März

Dieses Jahr fielen Monatsanfang und Aschermittwoch auf einen Tag. Wir holten den Prinz früher aus dem Kindergarten ab, damit wir (bis auf den Papa) gemeinsam die Schülermesse zum Beginn der Fastenzeit besuchen konnten. Auch das Baby bekam Asche auf sein Köpfchen gestreut und wurde daran erinnert, dass auch es einmal wieder Staub wird. Das ist schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn dem noch relativ Neugeborenem Tod und Vergänglichkeit verkündet werden. Da möchte doch eigentlich keiner dran denken! Doch nach dem ersten Schock wurde mir besonders im weiteren Verlauf der Messe wieder klar, was Jesus uns Großartiges versprochen hat: es muss zwar wirklich jeder Mensch irgendwann sterben, aber er darf sich dafür auf ein neues Leben freuen, auf ein Leben in Fülle. Wie genau das sein wird, kann ich mir nicht vorstellen, aber es hört sich jedenfalls ziemlich gut an! Und damit wir genau das hoffen dürfen, gibt es Ostern! Da wichtige Ereignisse als solche ernst genommen werden sollten, empfiehlt sich eine gute Vorbereitung, in diesem Fall also die 40tägige Fastenzeit.

Und so sieht sie bei den Königskindern dieses Jahr aus:

Basteln für die FastenzeitZu Hause beeilten wir uns mit dem einfachen Mittagessen (Kartoffeln mit Butter und Salz bzw. Kräuterquark) und bastelten uns einen eigenen Fastenkalender , der aufgrund weiterer Termine leider bis auf den heutigen Tag nicht fertig wurde und trotzdem am Esstisch hängt.

 

Fastenzeitkalender

Die beiden Kinder unten links auf dem Plakat bekamen abends noch ein Aschekreuz auf die Papierstirn gezeichnet. Dafür hat der Papa die letzten Reste von den Palmzweigen vom Vorjahr verbrannt.

Wir bastelten auch noch Fastenvorsatzwürfel: Fastenvorsatzwürfel
Wer keine Idee für einen Fastenvorsatz hat, kann sich einen Tipp erwürfeln (Teilen, Helfen, Beten, Verzichten, Trösten, besonders fröhlich sein).

Abends überlegen wir (auch die Eltern) beim Abendgebet, ob wir unseren Tagesvorsatz geschafft haben. Für diesen und andere gute Taten sammeln wir Steine, die sich an Ostern in etwas Tolles verwandeln werden… Uns ist es dabei wichtig, den Kindern zu zeigen, was Fastenzeit bedeuten kann. Es gibt aber keinen Zwang- ob und wie gefastet wird, ist jedem selbst überlassen.

Gute Taten in der Fastemzeit sammeln

Die Steinebox steht auf unserem Jahresfestkreistisch, der lila (=liturgische Farbe für die Zeit der Vorbereitung und des Wartens) eingedeckt ist. Zum Beten zünden wir die lila Kerze an. Dieses Jahr sieht es schlichter aus als im Vorjahr, da es mir überall an Zeit fehlt.

Doch dafür gab es noch eine Neuheit: Wir beerdigten das Halleluja in einer Holzkiste und freuen uns darauf, es an Ostern endlich wieder in der Messe vor dem Evangelium zu hören und zu Hause auszupacken und aufzuhängen 😉

Unsere Wohnung bleibt vorerst einfach dekoriert, damit wir uns ganz besonders auf den Osterstrauß und die Frühlingsdeko freuen.

Raumschmuck Fastenzeit

Weitere Höhepunkte des Monats März:

19. März: Fest vom Hl. Joseph Joseph

25. März: Verkündigung des Herrn.

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Natürlich wird es noch nicht Weihnachten, aber in 9 Monaten ist es soweit. Die Kinder haben sich jedenfalls auf diese Aussicht gefreut. Ich finde es eine schöne Idee, sich an diesem Tag in seinem Kalender eine Seite mit Weihnachtsgeschenkideen für Familie und Freunde anzulegen, die ab jetzt gefüllt werden kann. Sehr gut organisierte Leute machen sich gleich noch Spalten dahinter mit folgenden Rubriken: gekauft/gebastelt, verpackt, abgeschickt/abgegeben. Zu denen gehöre ich aber leider nicht. Dennoch mag ich die Idee…

26. März: Laetare Sonntag : Wir freuen uns, dass Ostern schon ganz nahe ist und feiern den Tag mit einem besonders tollen Ausflug und dem ersten Eisbecher in diesem Jahr. Die Prinzessin trägt wenigstens rosa, wenn schon unser Pfarrer kein solches Messgewand besitzt. Laetare Sonntag

Schnitt: Katharina in Größe 128 (nach unten verlängert) aus dem empfehlenswerten Buch „Kinderkleider nähen für Größe 86 bis 128“ von Kirsi Etula u.a. Kinderkleiderbuch

Stoff: örtlicher Stoffladen

 

Freitags beten wir zu Hause einen kleinkindgerechten kurzen Kreuzweg:

Kinderkreuzweg

Und jetzt sind wir gespannt auf den April, der ja schon bald mit dem Palmsonntag die Karwoche einläutet. Dann dauert das Warten auf das Osterfest für uns und die selbstgebastelte diesjährige Osterkerze ja wirklich nicht mehr lange.

Osterkerze 2017

und damit das Feiern kein Ende findet, kommt auch noch die Erstkommunion der Prinzessin…

 

Und wie gestaltet ihr als Familie mit (kleinen) Kindern  die Fastenzeit zu Hause?

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Mit den Königskindern durch den Advent: Wir stellen uns vor und binden einen Adventskranz

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Ich bin so aufgeregt, denn heute beginnt fast die schönste Zeit im Jahr: der Advent. Aber zuerst stelle ich mich mal vor: Ich heiße Marie und bin 8 Jahre alt. Mit meinen 3 jüngeren Brüdern lebe ich in einer kleinen Stadt. Meine Eltern wohnen natürlich auch dort. Und mein Kater, aber der lebt hauptsächlich auf der Straße. Ich habe mal die ganze Familie gemalt, damit man sich uns besser vorstellen kann:meine-familie Ich will euch dieses Jahr mal erzählen, warum ich die Adventszeit so gerne mag und was wir in der Familie alles in dieser besonderen Zeit machen. Ab dem ersten Dezember dürft ihr uns also auf unserem Weg Richtung Weihnachten begleiten.

Wenn ich an Heiligabend denke, kribbelt es in meinem Bauch vor Aufregung. Ich kann es kaum erwarten! Leider dauert es dieses Jahr besonders lange bis Weihnachten, aber zum Glück erleben wir Königskinder so viel, dass es uns (fast) nie langweilig wird.

Eigentlich beginnt der Advent immer schon ein paar Tage vor dem ersten Adventssonntag. Denn dann holt mein Papa aus dem Keller unsere Adventskisten. Wir haben eine schöne dunkelrote und einen alten Umzugskarton. Da sind so viele Sachen drin! Leider dürfen wir Kinder nicht darin herumkramen. Mama braucht daraus erstmal nur einige Dinge: adventskranz-bindeneinen Strohkranz , der schon ziemlich mitgenommen aussieht (Mama sagt, der heißt Kranzrohling. Das ist doch ein merkwürdiger Name, oder?), einen Teller und vier goldene Kerzenhalter. Dann ist da noch eine Rolle mit altem Draht, der Jahr für Jahr sorgfältig aufgerollt wird und dann mit dem Rohling wieder in die Adventskisten wandert. So brauchen wir nicht immer alles neu kaufen. Aber etwas muss doch jedes Jahr neu besorgt werden: vier Kerzen (Mama mag am liebsten rote. mir würden andere Farben aber auch ganz gut gefallen oder es gibt auch so Kerzen mit Glitzer) und Zweige. Meine Omas haben es gut, denn die gehen einfach mit der Gartenschere vor die Haustür und haben alle möglichen Bäume und Büsche, von denen sie sich ein paar Zweige abschneiden können. Dann trocknet der Kranz auch nicht so schnell und es besteht weniger Brandgefahr. Wir kaufen die Zweige einfach auf dem Markt.

adventskranzMeine Mama hat von ihrer Mama gelernt, wie man einen Kranz bindet. Ich passe immer gut auf, damit ich es auch lerne und später meinen Kindern beibringen kann.
Habt ihr auch Lust auf einen selbstgemachten Adventskranz? Wenn ihr keine Oma habt, die es euch erklärt, findet ihr auch ganz viele Anleitungen im Internet, z.B. hier. Das gab es früher noch nicht, sagt meine Mama. Kann man sich das vorstellen??

Ich liebe den Duft von frischen Tannenzweigen! Es riecht nun schon richtig nach Weihnachten. Und heute morgen gab es ein gemütliches Adventsfrühstück bei Kerzenschein. adventsfruhstuckIch hab mal ein Bild vom Vorjahr herausgesucht:

Mein Bruder Max war ganz enttäuscht, dass noch kein Adventskalender hing. Dabei ist doch noch gar kein Dezember! Er ist noch im Kindergarten und weiß es nicht so genau. Aber als er gerade losmotzte (was beinahe die feierliche Stimmung kaputtgemacht hätte), wisst ihr was wir da entdeckt haben? Ein kleines Päckchen, das unser kleiner Bruder Leon auspacken durfte (der hätte sonst auch losgeschrien- manchmal ist es wirklich nicht leicht mit Brüdern!). War das nicht lieb von Mama und Papa? Dabei war ja wirklich noch kein Adventskalendertag. Im Paket war ein Büchlein mit der Geschichte über die Entstehung des ersten Adventskranzes (das Büchlein findet ihr in der Pixi-Reihe W29). Den hat ein Pfarrer namens Johann Hinrich Wichern vor 170 Jahren in Hamburg erfunden, um armen Kindern ohne Mama und Papa das Warten auf Heiligabend leichter zu machen. Tag für Tag wurde eine Kerze mehr angezündet, dass es immer heller in der dunklen Adventszeit wurde bis Weihnachten, am Geburtstag vom Jesusbaby. Damals brauchten sie ein Wagenrad für so viele Kerzen (es waren 24), heute reicht unser Rohling für vier Stück.

Wir sangen noch die erste Strophe von „Wir sagen euch an den lieben Advent“. Dann mussten wir uns beeilen, damit wir noch pünktlich zur Messe kamen, denn dort sollte dann der Adventskranz gesegnet werden. Der Pfarrer hat dann überhaupt etwas ganz Verrücktes erzählt. Heute ist nämlich sowas wie Neujahr, weil nämlich ein neues Kirchenjahr beginnt. Hat das schon mal jemand gehört?

War unser erster Advent nicht aufregend? Ich hab doch gesagt, dass das Warten auf Heiligabend nicht schwer ist, wenn wir so viel erleben.

Wie habt ihr in eurer Familie den Beginn der Adventszeit gefeiert?

 

 

 

Der Herbst ist da- und unser Baby auch. Hurra!!!

willkommensschild

Unser Herbstbaby ist endlich da!!!

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Und damit ist auch schon der Grund für die lange Blogpause genannt.

 

Wir haben zuvor alles getan, um das jüngste Königskind in unserer Familie willkommen zu heißen:

1) Babykleidung genäht und gestrickt, z.B. Bindewindeln (Grundschnitt nach Hokuspopokus), Mütze und Schühchen nach eigenem Entwurf, Teddyanzug und Strampler (aus P. Dohmen: Babyleicht!Nähen mit Jersey.)

2) gebastelt und unsere Wohnung geschmückt

Wir sind glücklich und dankbar für dieses Geschenk!

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Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte. Und wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf. Mt 18,4-5

 

 

Voll im Trend: Upcycling eines Soldatenmantels

In den Geschäften ist jetzt definitiv Weihnachten, der Wetterbericht meldet frühlingshafte Temperaturen, der Faschingsverein läutet die fünfte Jahreszeit ein, im Kindergarten findet das Laternenfest statt … und was machen die Königskinder?

sankt martin1

Die feiern am 11.11. den Martinstag, wie es Christen seit mehr als 1600 Jahren tun. Erstaunlicherweise ist dieser Tag nicht der Todestag des Martin von Tours, sondern der Tag dessen Beisetzung. Sein Festtag hat aber noch weitere Bedeutungen. Einerseits endete dort das bäuerliche Wirtschaftsjahr, andererseits war er der Vortag zum mittelalterlichen Adventsfasten, analog zum Faschingsdienstag vor dem Aschermittwoch (daher wird heute auch die Karnevalszeit an diesem Datum eingeläutet). Es gab also genügend Anlässe für ausgelassene Feiern, die man dem beliebten Heiligen zuschrieb.

Zahlreiche Bräuche ranken sich um den Martinstag. Ich will euch kurz berichten, welche bei uns zu Hause Einzug gehalten haben.

  • Wir dekorieren die Wohnung schon einige Tage vorher. Konkret sah das dieses Jahr so aus: der Schutzengel-Jahreszeitentisch schutzengel jahreszeitentischmusste dem Heiligen Martin weichen. Die Figuren sind selbstgemachte Biegepüppchen nach Waldorfart, die absolut kindertauglich sind und gerne bespielt werden (dürfen). Das gekaufte Pferd ist definitiv zu klein, aber ich konnte noch nichts besseres finden. Die Kulisse ist mit Transparentpapier hinterklebt und leuchtet schön bunt im (LED)Kerzenschein.

sankt martin jahreszeitentisch 7

  • Die Prinzessin hat letztes Jahr mit meiner Hilfe ein Window-Colour-Fensterbild gemalt, das auch schon tagsüber schön im Sonnenschein leuchtet und an ein Kirchenfenster erinnert.sankt martin fensterbild
  • Zu Vorkindergartenzeiten haben wir selbst Laternen gebastelt, gerne mit Freunden oder Nachbarskindern- dieser Punkt entfällt mittlerweile.martinsgans quarkölteig
  • Wir lesen die Martinsgeschichte und besitzen nun eine wirklich gute Sammlung an Bilderbüchern, Vorlesegeschichten und Sachbüchern. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Die Bücher stehen in der Monatsbücherkiste griffbereit, damit man sie schnell zur Hand hat.
  • Wir backen und essen Martinsgänse (die vegetarische Variante aus Quark-Öl-Teig).
  • Wir singen Martinslieder, v.a. DAS Martinslied, das im Anschluss in Wort und Bild an den Ursprung des Martinifestes erinnern soll, an das berühmte Upcycling des überdimensionalen Soldatenmantels zu zwei praktischen wärmenden Kleidungsstücken. Hoffentlich wurden die Schnittstellen nachträglich noch ordentlich versäubert, sonst hatten beide nicht lange was von dieser Aktion 😉

sankt martin jahreszeitentisch1

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind,
sein Ross, das trug ihn fort geschwind.
Sankt Martin ritt mit leichtem Mut,
sein Mantel deckt ihn warm und gut.

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Im Schnee saß, im Schnee saß,
im Schnee, da saß ein armer Mann,
hat Kleider nicht, hat Lumpen an:
„Oh helft mir doch in meiner Not,
sonst ist der bittre Frost mein Tod!“

sankt martin jahreszeitentisch 3sankt martin jahreszeitentisch 4

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin zieht die Zügel an,
sein Ross steht still beim braven Mann.

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Sankt Martin mit dem Schwerte teilt
den warmen Mantel unverweilt.

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Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin gibt den halben still,
der Bettler rasch ihm danken will.

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Sankt Martin aber ritt in Eil
hinweg mit seinem Mantelteil.

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin legt sich müd zur Ruh,
da tritt im Traum der Herr hinzu.
Der spricht: „Hab Dank, du Reitersmann,
für das, was du an mir getan“.

Niemand ist lebendiger als ein toter Heiliger – wir feiern Allerheiligen

Was fällt euch zum Thema Allerheiligen ein? Feiertag, geschmückte Gräber, langes Stehen bei nasskaltem Wetter auf dem Friedhof, Erinnerung an Verstorbene…

So gestaltet sich dieses Fest in den meisten Familien, die ich kenne. Aber eigentlich gehört dieses Brauchtum zum Fest Allerseelen, also zum 02.11. oder zumindest zum Vorabend dieses Festes (deshalb finden die Gräbersegnungen und Andachten für die Verstorbenen auch am Nachmittag statt).

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Heute feiern wir in der Familie das Hochfest Allerheiligen, d.h. wir gedenken aller Heiligen. Solch ein Sammelfest für Märtyrer und andere heilige Menschen gab es nachweislich schon im 4. Jahrhundert am Oktavtag von Pfingsten (=Herrentag aller Heiligen). Erst im 8./9. Jahrhundert wurde das Fest auf einen neuen Termin verlegt, nämlich auf den ersten November, da man die Heiligen nicht mehr maßgebend vor dem österlichen Hintergrund betrachtete, sondern vielmehr am Winteranfang angesichts der sterbenden Natur als Hoffnungsträger für das ewige Leben.

Wer ist ein Heiliger?

Nach katholischer Lehre ist jeder Christ durch die Taufe auf dem Weg zur Heiligkeit. Mutter Teresa (selbst eine offizielle Heilge) sagt: „Heiligkeit ist nicht der Luxus einiger weniger Menschen, sondern eine einfache Pflicht für dich und mich.“ Sie meint damit, dass wir Gott erlauben sollen, „sein Leben in uns zu leben“. Heilige im eigentlichen Sinn sind also nicht langweilige selbstgemachte Perfektionisten, sondern Menschen, die in der Liebe Gottes uns – auch noch nach ihrem Tod- nah verbunden sind. An ihrem Leben zeigt sich, was es heißt, Jesus Christus nachzufolgen. Diese Lebenswege sind ganz individuell verschieden: es gibt heilige Kinder, Frauen, Männer, Ehepaare, Priester, Päpste, Mönche, Ledige, Schwestern, Arme, Reiche, Kluge, Einfache, Unbekannte, Unbemerkte… und es gab und gibt sie zu jeder Zeit von den Anfängen bis in die heutige Zeit.

Allerheiligen mit Kindern feiern

Für die Kinder ist die obige Definition zu kompliziert. Es reicht, wenn sie wissen, dass Heilige ganz gewöhnliche Kinder oder Erwachsene sind, die so lebten, wie Jesus es ihnen gelehrt hat. In der Messe hören wir heute im Evangelium eine gute Anleitung Jesu zum Heiligwerden: Die sog. Seligpreisungen. Es ist nicht leicht, so zu leben, denn wer hängt z.B. nicht an irgendwelchen Dingen, wer geht nicht gerne Trauer und Schmerz aus dem Weg oder versucht mit allen Mitteln rücksichtslos an sein egoistisches Ziel zu gelangen. Heilige haben es dagegen geschafft, einen oder mehrere dieser Wegweiser in ihrem Leben und Sterben umzusetzen, je nachdem welche Begabungen ihnen Gott geschenkt hat. Und sie waren dabei selig, also glücklich. An Allerheiligen danken wir Gott, dass er uns diese Menschen als Vorbilder geschenkt hat (das ist übrigens mit Heiligenverehrung gemeint). Wir feiern aber auch, dass wir getauft sind und deshalb auf ein Leben bei Gott hoffen dürfen.

Bitten wir den Herrn um die Gnade, einfache und demütige Menschen zu sein, um die Gnade, weinen zu können, um die Gnade, sanftmütig zu sein, um die Gnade, für Gerechtigkeit und Frieden zu arbeiten, und vor allem um die Gnade, uns von Gott vergeben zu lassen, um zu Werkzeugen seiner Barmherzigkeit zu werden“ (Papst Franziskus).

Kinder brauchen Vorbilder und ich finde, es gibt keine besseren Vorbilder als diese lebendigen Beispiele für ein Leben (und Sterben) nach dem Evangelium. Deshalb lesen wir in der Familie deren Lebensgeschichten. Und deshalb findet sich dieses Fest auch anschaulich auf unserem Jahresfestkreistisch wieder:

allerheiligen_jahresfestkreis

Ich habe alle Bilder und Postkarten, die sich auf Reisen und Kirchenbesichtigungen und aus alten Gesangbüchern angesamelt haben, mit diesem praktischen Tape, das sich rückstandslos von allem entfernen lässt, um das Kreuz geklebt. Das zeigt den Kindern, dass diese Menschen nach ihrem Tod ganz nah bei Gott sind.

allerheiligen mit kindern

Die Königskinder kennen manche Heilige schon gut (z.B. ihre Namenspatrone), andere lernen sie kennen, indem wir heute von ihnen erzählen. Vielleicht fehlen auch Heilige, die die Kinder gerne mögen? Dann dürfen sie diese malen und die Bilder dazukleben. Die Kerzen zünden wir für die Heiligen an, deren Bild (noch) nicht an der Wand hängt, also auch für uns, denn wir möchten später ja auch mal Teil dieser Gemeinschaft bei Gott sein.

Heute Abend beim Abendgebet werden wir folgende Allerheiligenlitanei für unsere Familie beten:

K / A Herr, erbarme Dich.
K / A Christus, erbarme Dich.
K / A Herr, erbarme Dich.
K / A Christus höre uns.
K / A Christus erhöre uns.

K Gott Vater im Himmel, A erbarme Dich unser.
Gott Sohn, Erlöser der Welt
Gott Heiliger Geist
Heilige Dreifaltigkeit, ein Einiger Gott

K Heilige Maria, Mutter Gottes, A bitte für uns.

Heilige(r)…                                                         

(hier nennen alle Familienmitglieder reihum ihre Namenspatrone oder Lieblingsheilige.)

Herr, unser Gott, du allein bist der Heilige, und niemand ist gut ohne deine Hilfe. Lass uns mit Hilfe der Heiligen nach deinem Willen leben und einmal die Herrlichkeit erreichen, die du uns schenken willst. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit, (nach Gotteslob 652.5)

Amen

An alle Verstorbenen denken wir morgen.

DIY: Mit Kindern die Frohe Botschaft entdecken

DIY mit Kindern Evangelium entdecken_vorschau

Sonntagmorgen, 11.10 Uhr: Soeben erhebt sich die Gemeinde, um vor dem Evangelium das Halleluja zu singen. Die Königskinder haben schon vor 5 Minuten (Die Messe beginnt um 11!) angefangen mit der Aufmerksamkeit aufzuhören. Die kleineren lümmeln auf der Bank, die Prinzessin blättert in einem Bilderbuch. Von der folgenden Frohen Botschaft werden sie nichts mitbekommen.

Ich würde gerne die Familie mit kleinen Kindern kennenlernen, die nicht von ähnlichen Erfahrungen berichten kann!

Man kann den Kindern nicht verübeln, dass sie es nicht allzu spannend finden, ca. 50-60 Minuten still zu sitzen (nicht, dass sie es nicht könnten…beim Fernsehen sind sie sehr still und konzentriert, auch bei langen Filmen über 60 Minuten!) Es fehlen in der Messe meistens andere Familien als Vorbilder, sie verstehen noch nicht so viel, die Predigt richtet sich ausschließlich an Erwachsene und um Mitsingen zu können, müsste man lesen können… Und heute liegt nicht zuletzt durch die Medien der Fokus einfach mehr auf dem Sehen. Zuhören fällt auch uns Großen schwer- oder erinnerst Du Dich noch an das Sonntagsevangelium oder sogar die Predigt?

Jesus kennt das Problem: „Deshalb rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie sehen und doch nicht sehen, weil sie hören und doch nicht hören und nichts verstehen.“ (Mt 13,13) Er versucht mit allen Mitteln, die Menschen zu erreichen, denn er weiß, dass die Fähigkeit des Zuhörens ein Weg zu Gott ist.

Dank seiner bildhaften Sprache und verständlichen Worte verstehen sogar die größeren Königskinder durchaus das Original und nicht nur die Kinderbibel. Am mangelnden Interesse liegt die Unaufmerksamkeit also nicht, vielmehr an der Methode.

Hier ist ein Vorschlag, wie wir als Familie Sonntag für Sonntag mehr die Bibel entdecken können.

Ihr braucht:

1 schönen Bilderrahmen zum Aufstellen

1 Rolle selbstklebende Tafelfolie

Kreide, Kreidemarker

das aktuelle Sonntagsevangelium (siehe auch Tipp 2 unter diesem Post)

Evangelium DIY Rahmen

So wirds gemacht:

  1. Entfernt die Glasscheibe aus dem Rahmen und klebt auf die Rückwand ein passendes Stück Tafelfolie. Fangt an einer Seite an zu kleben und streicht die Folie immer wieder schön glatt, sonst gibt es unschöne Falten. Jetzt könnt ihr die Rückwand wieder in den Rahmen setzen und befestigen.
  2. Sucht euch am besten am Samstagabend oder Sonntagmorgen (je nachdem, wann ihr ca. 10-15 Min Zeit habt) das aktuelle Sonntagsevangelium heraus, lest es gemeinsam und schreibt den (Ab-)Satz mit Kreide(marker) in den Rahmen, der euch anspricht/gefällt. Vielleicht können eure Kinder schon schreiben und übernehmen diesen Part, oder sie malen etwas dazu (einen schönen Rahmen, ein passendes Bild statt des Wortes…). Wir erklären dabei den Kindern schwierige Begriffe oder reden einfach über den Text. Das Ganze dauert wirklich nicht lange! Stellt den Rahmen an einen gut sichtbaren Platz (Esszimmer, Jahresfestkreistisch, Gebetsecke…), damit euch die Frohe Botschaft die Woche über begleiten kann.
  3. Informiert eure Kinder in der Messe, wenn das Evangelium vorgelesen wird. Sie werden viel besser zuhören (die Erwachsenen auch) und oft ist auch die Predigt verständlicher, da ihr euch bereits im Vorfeld mit dem Text beschäftigt hat. Ich bekomme dadurch jedenfalls oft gute Erklärungen oder hilfreiche Impulse für den Alltag.

Tipp 1: Wir haben zwei Rahmen in verschiedenen Größen, damit wir tagsüber öfter mal am Wort der Woche vorbeikommen.

Tipp 2: Ganz leicht wird die Sonntagsbibelentdeckungsreise für Familien mit folgendem Buch: Der Bibelkalender für Sonntagsmaler 2015 (benno- Verlag, ca. 8 €). Es handelt sich dabei um ein Malbuch (17×24,5 cm), das Kinder ca. ein Kirchenjahr lang begleitet. Leider beginnt es nicht im Advent sondern in der ersten Januarwoche und endet im Dezember- entspricht also nicht ganz buchempfehlung_evangelium fuer kinderdem Kirchenjahr, aber das hat wohl verkaufstechnische Gründe- trotzdem ein Minuspunkt! Für jeden Sonntag gibt es ein zum Evangelium passendes ansprechendes und nicht zu schwieriges Ausmalbild, das in kindgerechter Sprache auf der Rückseite abgedruckt ist. Eine Kalenderübersicht unter dem Bild hilft, die passende Woche zu finden. Wer das Evangelium im Original lesen möchte, findet die Bibelstelle in Klammern. Als Verständigungshilfe erhalten die Kinder Woche für Woche einen Brief vom Evangelisten Markus bzw. Lukas (jeweils passend zum Lesejahr), der zusammen mit einem lexikonartigen Miniartikel in Frage-Antwort-Form (zu Themen wie Kirchenjahr, Umwelt Jesu, Glauben…) und einem Impuls für die Woche (als Verbindung zwischen Gottesdienst und Alltag) ebenfalls auf der Rückseite zu finden ist. Das Buch spricht durch seine Aufmachung sowohl Kindergartenkinder an, die z.B. während der Erarbeitung des Evangeliums in der Familie oder auch während der Predigt in der Kirche die Bilder ausmalen können, als auch Schüler, die dieTexte schon selbssonntagsevangelium2tändig lesen können. Und auch für Erwachsene finden sich viele interessante Fakten zur Welt der Bibel. Ich hätte mir gewünscht, dass Bild und Bibelstelle samt Erklärungen nebeneinander auf der Doppelseite erscheinen, aber man gewöhnt sich auch ans Blättern. Wir stellen das aufgeschlagene Buch mit dem passenden Bild oft neben unseren Bilderrahmen, damit sich auch die Nicht-Leser an die Bibelstelle erinnern. Ich hoffe sehr, dass es dieses Buch auch nächstes Jahr wieder gibt!

Auf den Fotos findet ihr noch Abbildungen aus einem weiteren Buch, das es leider nur auf Französisch gibt, (Mon cahier de messe, Anneé B, Salvator famille, 16 €). Dessen wöchentliche Ausmalbilder mögen die Königskinder etwas lieber, weil es zusätzlich Sticker zum Aufkleben gibt, was sie während der Messe gut beschäftigt. Für mehr Interaktivität sorgen auch die Mal- und Sucsonntagsevangeliumhaufträge in den Kästchen, die auf der Doppelseite verteilt sind, und ein Elternbereich, der Impulse zum (Glaubens-)gespräch passend zum Evangelium bietet. Dieses ist ebenfalls in kindgerechter verkürzter Form abgedruckt. Die richtige Seite findet man anhand der Datumsübersicht am Ende des Buches, es lässt sich gut über mehrere Lesejahre B verwenden. Das Buch richtet sich an 3-7Jährige. Sachinformationen fehlen, dafür gibt es neben der Angabe der Originalbiblestelle Liedervorschläge, die für uns aber uninteressant sind. Mir gefällt das Buch dennoch sehr gut. Vielleicht erscheint es ja mal in deutscher Übersetzung?!

Und nun viel Spaß beim Entdecken der Frohen Botschaft- wir haben heute den 20. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B 🙂

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