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Jesus ist das Licht der Welt- so feiern wir Mariä Lichtmess in der Familie

jesus ist das licht der welt

Heute haben wir den Kalender umdekoriert, denn nun ist ja schon wieder der erste Monat des Jahres 2016 vergangen.

februar_übersicht_kalender

Der kleine Engel zeigt auch gleich das erste Fest an, das wir am 02.02. feiern: Darstellung des Herrn– besser bekannt als Mariä Lichtmess.

Mariä lichtmess_kalender

Früher endete an diesem Tag die Weihnachtszeit. Bis dahin durfte die Krippe, der Tannenbaum und andere Deko stehen bleiben. Auch bei uns (und in manchen Kirchen) durfte der Baum bisher noch stehen bleiben (er hat netterweise auch nicht genadelt), denn es ist doch schade, wenn der geschmückte Weihnachtsbaum direkt nach Heiligabend wieder herausfliegt. Es gibt einen neuen Trend dahin, den Baum schon im Advent aufzustellen „damit man länger etwas von ihm hat“, aber da frage ich mich, ob nicht Advent und Weihnachten noch weiter miteinander verschmelzen. Deshalb steht bei den Königskindern der Baum einfach hinterher statt vorher länger. Am Sonntag sagte ein Königskind in der Messe zu mir, als es die Krippe betrachtete: „Wenn ich in die Kirche komme, ist das immer wieder wie Weihnachten!“ 🙂

Nun aber zurück zu unserem Lichtfest, das auf seine Art schon einen schönen Abschluss zu Weihnachten bildet. Aber seht selbst:

Vor 40 Tagen haben wir die Geburt des Jesuskindes gefeiert. Gott kommt als kleines Baby unter schwierigen Umständen zur Welt.

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo für Maria und Joseph laut dem jüdischen Gesetz drei Dinge anstehen: Die Reinigung der Mutter, die Auslösung des erstgeborenen Sohnes durch ein vorgeschriebens Opfer und die Darstellung Jesu im Tempel. Maria galt nach jüdischer Tradition nach der Geburt des Sohnes insgesamt 40 Tage als unrein. Dieses Wort finde ich nicht schön, denn es klingt, als sei es etwas Schlimmes. Reinigungsblutung (diesen Begriff habe ich bei Papst Benedikt gelesen) passt besser. Man kann darin eine Art gesetzlich vorgeschriebenen 7-wöchigen Mutterschutz sehen, in denen die Frau von gottesdienstlichen Verpflichtungen ausgenommen war.

Maria und Joseph sind also mit dem kleinen Baby-Jesus im Tempel von Jerusalem angekommen. Sie tragen einen Korb mit sich. Was ist wohl darin?

auf dem Weg zum Tempel

Nein, es sind nicht zwei augenlose Mini-Olafs 😉 , sondern zwei Tauben, die sie dem Priester im Tempel als Reinigungsopfer für Gott darbringen wollen. Sie wollen auch ihren Erstgeborenen auslösen, denn jeder erste Sohn gehört nach dem Gesetz Gott (das ist seit der Rettung aus der ägyptischen Knechtschaft so). Aber als sie im Tempel sind, geschieht etwas Sonderbares:

Dort warten zwei sehr alte Menschen schon ihr ganzes Leben lang geduldig auf ein besonderes Ereignis. Wer sind die beiden?

der greise Prophet SimeonDer eine ist Simeon, ein alter Priester. Als er den kleinen Jesus sieht, ist er so glücklich, dass sein Lebensziel erreicht wurde. Er nimmt das Kind in die Arme und preist Gott in einem schönen Lied:

„Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil geschaut, das du geschaffen hast, damit alle Völker es sehen: ein Licht, das die erleuchtet, die dich noch nicht kennen, und eine Verherrlichung deines Volkes Israel.“

nunc dimittis

Jesus wird somit öffentlich als Messias „dargestellt„- daher der Name des heutigen Festes. Er muss von Gott nicht ausgelöst werden, denn er gehört zu Gott, er ist ja sein Sohn. Er ist das Licht der ganzen Welt.

 Doch was hat der alte Priester nun in den Händen? Ist das nicht ein Schwert? Der schwertprophetieProphet Simeon hat außer den Freudenworten auch eine ernste Botschaft für Maria. Er kündigt das Dunkel des Kreuzes an. Marias Seele wird einst ein Schwert durchdringen. Die Ablehnung Jesu wird der Mutter ins Herz schneiden. Zur Herrlichkeit des Gottessohnes gehört also auch das Leiden.

Und wer ist die alte Frau?

die greise prophetin HannaHanna ist eine sehr fromme Frau, eine Prophetin, die im Tempel lebt und Gott den ganzen Tag mit Fasten und Beten dient. Auch sie preist Gott für seinen Sohn. Dann läuft sie weiter und verkündet allen, die auf die Erlösung Jerusalems warten, die hoffnungsvolle Nachricht von der Ankunft des Messias.

(nach Lk 2,22-40)

Wir haben den Kindern heute am Vorabend des Festes ungefähr mit diesen Worten die Geschichte an unserem Jahresfestkreistisch erzählt, die sie dann mit der ganz neuen, am Vortag entstandenen „Lichtmess-Box to go“ nachspielen durften.

Im Anschluss durfte jedes Kind eine Kerze anzünden und das Licht auch in die dunklen Ecken des Zimmers bringen, um zu zeigen, wie sich die frohe Botschaft vom Erlöser der Welt verbreitete und auch heute noch verbreitet.

Licht an lichtmess

Morgen gehen wir in die Messe und lassen dort unsere Kerzen segnen. Von dieser Lichtmesse kommt auch der Name. Es ist ein uraltes Fest, für das sich bis ins frühe Urchristentum Belege finden.

Und wie feiert ihr diesen Tag?

 

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