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Sonntagskleider für meine Puppe und mich

sonntagskleider für die puppe und mich

Der Priester meinte am Sonntag, es sei ein bisschen warm. So kann man die Hitze natürlich auch beschreiben 😉 Als ich letzte Woche in den Kleiderschrank der Prinzessin schaute, fand ich nur luftige Sommerkleider, die für den See oder Spielplatz passend sind. Was soll die kleine Dame aber an einem heißen Sonntag tragen? Ich nutzte die Siesta und die Kühle der Nacht und setzte endlich ein Projekt von meiner „was-ich-machen-möchte-wenn-ich-mal-zeit-habe-Liste um: Das Kleid Bluebell aus der Ottobre 3/15 aus einem Elsa-blauen Stoff, der seit dem Frühling geduldig wartete…

Ottobre_Bluebell

Mir gefallen besonders der schlichte Schnitt, die Puffärmel und die Zackenlitze am Saum:

                                     Bluebell_Puffärmel      Bluebell_Saum      Ottobre_Bluebell_Puppenkleid

Und da das Kleid erstaunlich schnell genäht war, die Größe stimmte (Ottobre-Schnitte fallen meistens sehr groß aus) und noch genug Stoff übrig war, habe ich der armen Puppe, die ja auch kein luftiges Sonntagskleidchen besaß, gleich ein ähnliches Puppenkleidchen mitgenäht.

bluebell_puppenkleid

Der selbstgebasteltete Schnitt sitzt auch ganz gut 🙂

Warum eigentlich ein Sonntagskleid?

Das klingt nach Stillsitzen und nicht-Spielen-dürfen. Ist das überhaupt noch zeitgemäß? Ich bin mir sicher, dass Gott keine festlichen Kleider braucht! Ihm sind die Herzen und die innere Haltung der Menschen wichtiger. (Brautpaare sind da zuweilen strenger und geben in der Einladung strikte Dresscodes vor). Ich bin mir aber auch sicher, dass es uns Menschen hilft, ein Gespür für das Besondere zu entwickeln, wenn wir zu bestimmten Anlässen andere, ja festliche Kleidung tragen (Hochzeit der Schwester, Taufe des Nachbarskindes, Bewerbungsgespräch, Erster Schultag usw.) Warum dann nicht auch ein nettes Sonntagskleid für die Kirche, wo wir schließlich unseren Vater, den König des Himmels und der Erde, besuchen?

Wenn es nicht gerade an Matschtagen auf den Spielplatz geht, darf ein Sonntagskleid bei uns aber auch im Alltag getragen werden (und die Puppenmami hat schon angekündigt, dass sie die ganzen Ferien über nichts anderes mehr tragen wird. hmmm….). Im Alltag darf hier nämlich jeder (beinahe) alles anziehen, was er möchte/ was wettertechnisch und anlassbedingt passt, aber Sonntags lege ich Wert auf festliche besonders schöne Kleidung (wenigstens bis nach der Messe).

Aber nicht nur kleidungsmäßig sollten sich meiner Meinung nach Werk- und Sonntage unterscheiden:

Seit einigen Wochen befinden wir uns nun schon mitten in der gewöhnlichen Zeit im Jahreskreis, zuletzt zum Beispiel der 16. Sonntag im Jahreskreis. Das klingt nach all den Feierlichkeiten um Ostern herum nach einer laaaangen Liste von aneinandergereihten langweiligen alltäglichen Sonntagen in der Kirche. Doch wer so denkt, tut dem Sonntag Unrecht. Seit der Urkirche hat der sogenannte „Herrentag“ eine hervorgehobene Stellung als „erster Tag der Woche“. Wir Christen erinnern uns dann an die Auferstehung Jesu. Anders ausgedrückt: Jeder Sonntag, selbst der xte im Jahreskreis, ist ein kleines Osterfest. In der Sprache der Bibel heißt das: „Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; wir wollen jubeln und uns an ihm freuen“ (Ps 118,24).                                                                                                                                                   Wie kann man diese Gedanken zu Hause umsetzen? Gewöhnlich unterscheiden Kinder (zumindest ab dem Kindergartenalter) und Erwachsene Werktage und Wochenende. Somit haben Samstag und Sonntag eine ähnliche Wertigkeit. Ich will euch jetzt zeigen, wie wir als Familie versuchen, den Sonntag in seiner ursprünglichen Bedeutung mehr zu würdigen.

1) Besonderes Frühstück: Sonntags wird der Tisch mit Tischdecke und meinem Lieblingspunktegeschirr gedeckt. Es gibt Schokoaufstrich oder Honig, die unter der Woche meistens im Schrank bleiben. Ich mag besonders gern Hefezopf, doch gestern gab es frisch gebackene Semmeln. Was es mit dem aufgeschlagenen Buch auf sich hat, verrate ich demnächst.

Sonntagsfrühstück

2) Hl. Messe: Das Wichtigste am Sonntag!! Für unsere Langschläfer haben wir in der Nähe eine Messe um 11 Uhr, die sich ganz gut mit einem gemütlichen Frühstück deckt. Für andere Familien ist ein früherer Termin vielleicht passender- und dafür ein ausgiebiges langes Mittagessen… Wir haben unsere „Stammkirche“, die ich auf jeden Fall bevorzuge, bleiben jedoch je nach weiterem Sonntagsprogramm flexibel und kennen uns bei den Gottesdienstzeiten im Umkreis gut aus. Da lobe ich mir die modernen Zeiten mit Auto und guter Internetpäsenz der Pfarren 🙂 Und ganz nebenbei merken die Kinder, dass wir nicht diese oder jene Kirche besuchen, sondern Jesus, der nicht ortsgebunden ist. Es wird auch im Urlaub wieder spannend, in einem anderen Land und einer fremden Sprache die Messe zu besuchen. Kinder merken dabei: Jesus versteht alle Sprachen und wartet auch in der Ferne auf uns. Und der Ablauf der Messe ist ja sowieso gleich 🙂

3) Besonderes Sonntagsessen: gibt es bei uns wegen der späten Messe ebenfalls spät oder machmal auch erst am Abend

4) Kaffee und Kuchen (oder Besuch in der Eisdiele) passen wunderbar zum Sonntagnachmittag- am besten mit Freunden genießen!                                                                                                                                                                                5) Ein Programm zum Jubeln und zur Freude für alle Familienmitglieder machen den Sonntag zu etwas Besonderem. Ist es nicht wunderbar, wenn alle 7 Tage wieder ein Freutag kommt? Ich wünsche mir für meine Kinder, dass sie später mal sagen: „Der beste Tag der Woche war immer der Sonntag. Auch wenn die Messe für uns Kleine manchmal noch ziemlich langweilig war, gab es doch so viel Spaß für alle!“

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